Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

WEIHNACHTSANSPRACHE DES REGIERENDEN BÜRGERMEISTERS

Pressemitteilung vom 23.12.2004

Sperrfrist: 24. Dezember, 18.00 Uhr
(frei für Printmedien für Erscheinungs-Tag 24. Dezember)

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin dokumentiert den Wortlaut der Weihnachtsansprache des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit:

„Liebe Berlinerinnen und Berliner, die Advents- und Weihnachtszeit ist eine besinnliche Zeit, in der wir innehalten, uns Zeit für die Familie nehmen und an die Menschen denken, die Not leiden. Und wir denken in dieser Zeit besonders an die vielen Menschen weltweit, die unter Bürgerkriegen leiden, an die Kinder, die hungern, an die Menschen, die an Weihnachten keinen Grund zum Feiern haben.

Lassen Sie mich daher zu Beginn meiner Ansprache all jenen danken, die sich für andere einsetzen, die etwas Persönliches tun, um zu helfen. Sie, die vielen sozial Engagierten, geben unserer Gesellschaft ein menschliches Gesicht.

2004 war für Berlin kein einfaches Jahr – aber es war ein Jahr vieler kleiner Fortschritte und beachtlicher Erfolge.

Wir sind weiter vorangekommen. Erste Anzeichen deuten auf eine Belebung der Wirtschaft hin. Wir erleben einen Aufschwung an Unternehmensgründungen und besonders freue ich mich, dass neue Arbeitsplätze entstehen.

Berlin hat als Hauptstadt Ansehen gewonnen. Kulturereignisse wie die MoMA-Ausstellung, die Flick-Collection oder die neu eröffnete Berlinische Galerie bereichern Berlin. Noch nie sind in einem Jahr so viele Gäste an die Spree gekommen wie 2004.

Seine Attraktivität verdankt Berlin zunehmend auch dem Sport. Mit dem neuen Olympiastadion haben wir ein Zeichen gesetzt. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat entschieden, dass unsere Nationalmannschaft während der Fußball-WM 2006 in Berlin Quartier nimmt. Und es ist uns gelungen, die Leichtathletik-WM 2009 nach Berlin zu holen.

Gewiss: Nicht alle Erfolge haben wir aus dem Stand erreicht. Aber das Jahr 2004 zeigt: Langer Atem und Beharrlichkeit zahlen sich aus. Berlin kann viel erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen.

Um Gemeinsamkeit geht es mir auch bei einem anderen Thema: der Debatte über Zuwanderung und Integration. Meine Bitte ist: Vergessen wir nicht, was wir in Berlin schon erreicht haben. Es gibt so viele Beispiele für friedliches Zusammenleben, für gelungene Integration. Das tolerante und weltoffene Klima in der Stadt ist ein kostbares Gut, auf das wir stolz sein können.

Wir dürfen uns allerdings auch nicht zurücklehnen oder Integrationsprobleme verharmlosen. Die Sprach- und Bildungsdefizite sind teilweise gravierend. Deshalb haben wir die Sprachförderung verstärkt. Deshalb kommen die Kinder früher in die Schule, deshalb werden Klassen mit hohem Migrantenanteil verkleinert und deshalb bauen wir die Ganztagsangebote aus.

Wichtig ist mir, dass wir offen und respektvoll miteinander umgehen, dass wir Feindbildern entgegentreten, die integrationswilligen Zuwanderer als Partner anerkennen und sie in die Gestaltung unserer Stadt einbeziehen. Die ethnische und religiöse Vielfalt ist eine Bereicherung und eine große Chance für Berlin.

2004 war auch ein Jahr, in dem sich viele Berlinerinnen und Berliner für unsere Stadt eingesetzt haben. Ich möchte daher all jenen danken, die sich auch 2004 wieder für andere Menschen engagiert haben, die dazu beigetragen haben, Neues aufzubauen – die Stadt voranzubringen:

Der Inhaber eines Ein-Mann-Unternehmens, der zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen hat, um jungen Menschen eine Chance zu geben.

Der 18-jährige Libanese, der eine gewalttätige Gang von Gleichaltrigen verließ, um sich friedlich in einem Jugendfreizeitheim in Neukölln zu engagieren.

Oder die vielen Berlinerinnen und Berliner, die sich ehrenamtlich in der Hospizbewegung engagieren, um Schwerstkranken und Sterbenden menschliche Zuwendung zu geben und einen Abschied in Würde zu ermöglichen.

Schließlich die vielen Tausend Übungsleiter in den Berliner Sportvereinen; die freiwilligen Helfer in den Rettungsdiensten oder in der Feuerwehr.

Berlin ist im Jahr 2004 vorangekommen. Dank der Menschen, die ich genannt habe und dank der vielen anderen, die sich in verschiedenen Bereichen für unsere Stadt einsetzen.

Liebe Berlinerinnen und Berliner, niemand wird sagen, dass alle Probleme gelöst sind.

Wir müssen und werden weiter hart an der Sanierung unserer Stadt und der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen arbeiten.

Wir können dabei auf drei große Stärken vertrauen: Auf die wirtschaftlichen Potenziale, die in Berlin stecken, auf die große Attraktivität der Stadt und vor allem auf das soziale und menschliche Engagement der Berlinerinnen und Berliner.

Oft sind es nicht die großen Visionen, die uns nach vorne bringen, sondern praktisches Handeln im Alltag, Dienst am Nächsten oder auch nur das offene Ohr für Menschen in Not.

Gerade zu Weihnachten ist es gut, an diese vielen Beispiele zu denken. Sie machen Mut und geben Kraft.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest 2004.“ – - – - -

Rückfragen:
Chef vom Dienst
Telefon: 9026-2411
E-Mail: Presse-Information@Skzl.Verwalt-Berlin.de