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WOWEREIT GRATULIERT IMRE KERTÉSZ ZUM 75. GEBURTSTAG

Pressemitteilung vom 09.11.2004

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat dem in Berlin lebenden ungarischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Imre Kertész zu seinem heutigen 75. Geburtstag einen Brief mit dem folgenden Wortlaut übermittelt:

„Wenn Sie heute Ihren fünfundsiebzigsten Geburtstag feiern, darf auf keinen Fall ein Glückwunsch aus dem Berliner Rathaus fehlen. Denn diese Stadt – ihre intellectual community ebenso wie ihre politischen Vertreter und viele ihrer Bürger – ist glücklich und auch ein wenig stolz, Sie seit geraumer Zeit hier leben und arbeiten zu wissen. Ihre Aufrichtigkeit des Denkens, Ihr nüchtern-maßvolles Urteil, Ihre humane Botschaft finden inzwischen buchstäblich weltweit Gehör, sind einflussgebend überall dort, wo man Bücher liest. Und doch hat, wie ich meine, Ihr Wort für Ihr Berliner Publikum einen besonderen Nachhall, eine Bedeutung der ganz eigenen Art.

Das liegt natürlich in Ihrer Lebensgeschichte begründet – und den Gefühlen, die das von Deutschen Ihnen zugefügte Leid in uns auslöst. Es liegt aber eben auch an der Bewunderung, die Ihr Umgang mit diesem Schicksal einem jeden von uns abverlangt. Und es spielt noch ein Weiteres hinein: nämlich Respekt, dass Sie sich vor einigen Jahren dazu entschlossen haben, in Berlin Quartier zu nehmen, der Stadt, in der soviel unterschiedliche, auch bedrückende Geschichte gegenwärtig ist.

Seither verbindet sich mit Ihrem Namen und Ihrem Werk auch der Name dieser Stadt. Und dies, zu alledem, mit Sympathie stiftender Wirkung: Denn Ihre einfühlsamen Beschreibungen Berlins zeugen von einer Unvoreingenommenheit und Liebenswürdigkeit, dass es für einen – naturgemäß voreingenommenen – Berliner eine Freude ist, sie zu lesen!

Mit anderen Worten: Wir empfinden große Dankbarkeit für Ihre Haltung, die in so vielen Facetten – in Ihren Büchern, in Ihren klugen, ermutigenden Reden und Ihrer Anwesenheit in Berlin – zum Ausdruck kommt. Sie sähen es, so haben Sie es vor kurzem formuliert, als Aufgabe, ‚den Kindern‘, also den Nachgeborenen, zu helfen, der Vergangenheit ins Angesicht zu sehen. Die Tatsache, dass Ihre Bücher in Deutschland ein besonders großes Publikum finden, mag auch ein Indiz dafür sein, wie wirksam diese Hilfe ist.

Für die kommenden Jahre wünsche ich Ihnen, wünschen wir uns, dass Sie sich weiterhin in ‚Ihrem Berlin‘ – Ihrem, wie Sie es nennen, ‚bewohnbaren Ort‘ – wohlfühlen, Ihnen zur Inspiration und uns zur Genugtuung. Und vor allem natürlich wünsche ich Ihnen Gesundheit, das Maß an Muße zum Arbeiten, das Ihnen willkommen ist, und einen ebenso anregenden wie angenehmen Lebensalltag in unserer Stadt.“

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