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SCHUBERT-REDE ZUR ERÖFFNUNG DER BERLINER MÄRCHENTAGE

Pressemitteilung vom 04.11.2004

Sperrfrist 18 Uhr
Es gilt das gesprochene Wort!

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Justiz, Karin Schubert, hält bei der Eröffnung der 15. Berliner Märchentage im Plenarsaal des Bundesrats die folgende Rede. Das Presse- und Informationsamt veröffentlicht die Rede vorab auf Grundlage des Manuskripts.

Bürgermeisterin Karin Schubert: „Märchen haben ja bekanntermaßen einen realen Kern, und bei den 15. Berliner Märchentagen ist sozusagen als Jubiläumsgeschenk ein Traum wahr geworden. ‘Sechzehn auf einen Streich’, das heißt alle Bundesländer, präsentieren sich märchenhaft mit Geschichten, Sagen und Mythen in der deutschen Hauptstadt. Der Plenarsaal des Bundesrates ist dazu der rechte Ort, wie die Anwesenheit vieler Märchenfreunde beweist.

Die Berliner Märchentage sind nicht nur eine der renommiertesten Literaturveranstaltungen für Groß und Klein in Berlin, sie haben von jeher auch einen politischen Hintergrund. Entstanden sind sie als eine Veranstaltungsreihe, die nach dem Fall der Mauer Ostberliner und Westberliner Kinder, ihre Familien, Lehrer, Erzieher und Literaten zusammenbringen sollte. Mit Fug und Recht kann man sagen, diese Veranstaltung hat eine märchenhafte Karriere gemacht. In zigtausenden von Lesungen, Theateraufführungen, Märchenstunden, Symposien und Foren wurden bis heute über eine Million Besucher gezählt. Die Berliner Märchentage haben eine internationale Ausstrahlung, sie beziehen alle in unserer Stadt lebenden Nationalitäten ein, sie fördern das gegenseitige Verstehen, tragen zum Kennenlernen bei, kurz: Sie sind aus dem Kulturkalender unserer Stadt nicht mehr wegzudenken.

Im Märchen gehen bekanntermaßen Wünsche in Erfüllung. Das trifft ganz offensichtlich auch bei diesem märchenhaften Auftakt auf den Genius Loci zu. Selten sind sich die 16 Bundesländer derart einig in ihrem Bestreben. Hier eint uns die nicht nur märchenhafte, sondern vor allem reale Absicht, unsere Länder mit ihren Sagen und Geschichten, ihren Volksweisheiten und Erzählungen so zu präsentieren, dass die kommenden Tage für alle Beteiligten, für die Zuschauer und Zuhörer zu einem Fest werden.

Dabei geht es auch darum, dass sich die Regionen mit urtypischen Figuren präsentieren, dass man sich in den Mythen mit Land und Leuten vertraut machen kann, dass man Unterschiede entdeckt, mit einem Wort: Mit den diesjährigen Märchentagen geht es auch um Pluralismus und Föderalismus. Und das, meine Damen und Herren, sind ja bekanntermaßen Themen, die hier im wahrsten Sinne des Wortes zu Hause sind. Natürlich werden in diesem hohen Hause normalerweise keine Märchen erzählt. Hier geht es um handfeste Politik, um Länderinteressen und damit vor allem natürlich auch um die der Bürgerinnen und Bürger. Im Märchen geht es in seiner überlieferten Form um die Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen des Volkes.

Gesundheit und ein langes Leben, Wohlstand und Glück, Frieden und Geborgenheit – sie begegnen uns im Märchen und sie bestimmen natürlich auch die ganz aktuelle Politik. So gesehen sind wir alle hier am richtigen Ort. Aus Märchen, das wissen wir seit unserer Schulzeit, lässt sich so manches lernen. Und vielleicht sind ‘Sechzehn auf einen Streich’ auch Lehrveranstaltungen, aus denen nicht nur Bundesregierung, Bundestag und Föderalismuskommission, sondern jeder ganz für sich und damit auch für die Gemeinschaft etwas mit nach Hause nimmt.

Das wünsche ich allen Besuchern der Märchentage. Den Veranstaltern wünsche ich märchenhafte Besucherzahlen und danke ihnen – auch im Namen des Berliner Schirmherrn, des Regierenden Bürgermeisters – für ihr zauberhaftes Engagement. Allen auswärtigen Märchenfreunden sage ich ein herzliches Willkommen in Berlin und bei Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, bedanke ich mich für die freundliche Unterstützung der 15. Berliner Märchentage.”

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