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SICHERSTELLUNG DER BERUFSAUSBILDUNG FÜR AUSBILDUNGSPLATZBEWERBER/INNEN

Pressemitteilung vom 02.11.2004

Aus der Sitzung des Senats am 2. November 2004:

Der Senat hat auf Vorlage des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, einen Bericht beschlossen, in dem die aktuelle Ausbildungsplatzsituation erörtert und Maßnahmen festgelegt wurden, um auch in diesem Jahr einen annähernden rechnerischen Ausgleich auf dem Berliner Ausbildungsmarkt zu erreichen. Der Bericht wird dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses zugeleitet.

Grundlage für die Einschätzung der Entwicklung auf dem Berliner Ausbildungsmarkt bildeten die Daten der Geschäftsstatistik der Bundesagentur für Arbeit am 30. September 2004 und der Stand der Eintragung neuer Ausbildungsverträge in den großen Ausbildungsbereichen Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HwK). Mit Stand 30. September 2004 geben die Daten der Berufsberatungsstatistik noch keinen Hinweis auf eine durchgreifende Entspannung der Ausbildungssituation. Obgleich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der gemeldeten Bewerber/innen um 421 zurückgegangen ist und das betriebliche Ausbildungsplatzangebot mit 10.518 gemeldeten Plätzen erstmals nach mehreren Jahren nicht mehr deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben ist, stieg die Zahl der noch unversorgten Ausbildungsplatzbewerber/innen um 17, 4 % auf 4.607 an.

Positive Signale gehen von den Daten der Kammern aus. Im Bereich der IHK waren am 1. Oktober 675 neue betriebliche Ausbildungsverhältnisse mehr eingetragen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Im Bereich der Handwerkskammer gibt es zum gleichen Zeitpunkt nur noch einen geringen Rückstand zum Vorjahr. Bis zum Ende des Jahres kann eine gleich große Zahl an neuen Ausbildungsverträgen abgeschlossen werden. Einen Ausbildungsplatz zu finden, war bis zu diesem Zeitpunkt auch in diesem Jahr für viele Jugendliche äußerst schwierig.

Das Vermittlungsjahr ist noch nicht vorüber. Die Vermittlung von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz geht mit hoher Intensität weiter. Zur vorgezogenen Nachvermittlungsaktion in der ersten Oktoberwoche konnten den 5.549 am 20. September noch unvermittelt gemeldeten Bewerbern/innen insgesamt 599 Ausbildungsplätze angeboten werden. Darunter sind zusätzlich akquirierte betriebliche Plätze. Jugendliche mit geringen Vermittlungschancen wurden über Alternativen zur Berufsausbildung sowie über das neue Angebot der Einstiegsqualifikation in Berliner Unternehmen informiert. Die Berliner Wirtschaft wird noch in diesem Jahr ca. 700 Plätze für diese Qualifizierungsmaßnahme bereitstellen und damit den Ausbildungsmarkt entlasten.

Trotz der anhaltenden schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Berliner Unternehmen waren die bisherigen Bemühungen insgesamt erfolgreich. Ein ausreichendes betriebliches Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot konnte geschaffen werden. Der Senat erwartet, dass die Berliner Wirtschaft ihre Bemühungen zur Akquisition weiterer Ausbildungs- und Qualifizierungskapazitäten noch bis zum Ende des Jahres mit hohem Engagement weiterführt.

Der Senat hat trotz der schwierigen Haushaltssituation mit der Bereitstellung von insgesamt 3.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen für unversorgt gebliebene Jugendliche wie im Vorjahr gesorgt. Die voraussichtliche Lücke im betrieblichen Ausbildungsplatzangebot kann geschlossen werden. Auch in MDQM wurden Plätze in der Größenordnung des Vorjahres bereitgestellt. Für Jugendliche, die in keinem Ausbildungsverhältnis stehen, werden bedarfsgerechte Plätze in berufsqualifizierenden Lehrgängen (BQL) eingerichtet.

Darüber hinaus können ca. 5.500 Jugendliche mit einem erweiterten Hauptschulabschluss die einjährige Berufsfachschule absolvieren. Angesichts der schwierigen Ausbildungsplatzsituation wurden ca. 3.700 Plätze der mehrjährigen berufsqualifizierenden Berufsfachschule eingerichtet.

Die bisherigen Ergebnisse der Berliner Ausbildungsinitiative stützen die Hoffnung, dass bis zum Ende des schwierigen Vermittlungsjahres ein rechnerischer Ausgleich auf dem Berliner Ausbildungsmarkt erreicht wird. Die im Frühjahr von der Sonderkommission „Ausbildungsplatzsituation“ verabredete Berliner Ausbildungsinitiative ist auf einem guten Weg. – - -

Rückfragen:
Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
Telefon: 9013-7418
E-Mail: pressestelle@senwiarbfrau.verwalt-berlin.de