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NEUE RADVERKEHRSSTRATEGIE FÜR BERLIN

Pressemitteilung vom 02.11.2004

Aus der Sitzung des Senats am 2. November 2004:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, einen Bericht über „Radverkehrsstrategie für Berlin“ beschlossen. Der Bericht wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Diese Radverkehrsstrategie soll das Gesamtsystem Fahrradverkehr mit den Elementen Radverkehrsnetz, Abstellplätze und Serviceeinrichtungen, Wegweisung, Radverkehrssicherheit und Informationsarbeit umfassen.

Der Radverkehr hat in der Verkehrspolitik Berlins eine strategische Bedeutung: Er kann Mobilität sichern und dennoch den immer noch anhaltenden Trend motorisierten Verkehrswachstums bremsen und dadurch die Stadt von den Emissionen des motorisierten Individualverkehrs entlasten. Dazu ist es erforderlich, dass Fahrräder nicht nur als Freizeitverkehrsmittel, sondern zunehmend als Alltagsverkehrsmittel benutzt werden.

Gegenwärtig werden in Berlin ca. 10 % der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Bis 2010 soll der Anteil auf ca. 15 % gesteigert werden. Dazu hat ein Arbeitsgremium „FahrRat“, das private und öffentliche Interessen bündelt, nach halbjähriger Arbeit eine Strategie mit 35 konkreten Maßnahmen vorgelegt.

Die Erfahrungen erfolgreicher Fahrradstädte in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz zeigen, dass Fahrradförderung erst dann wirklich erfolgreich ist, wenn sie das Gesamtsystem des Wegenetzes, der Wegweisung, der Parkplätze, der Serviceeinrichtungen und der Information in den Blick nimmt. Die Fahrradstrategie enthält deshalb konkrete Maßnahmen und Verfahrensempfehlungen, um die erkannten Defizite in den folgenden Bereichen zügig zu beseitigen:

- bessere Straßen und Wege für Radfahrer,
- einfache Orientierung,
- ausreichende Abstellmöglichkeiten,
- optimale Verknüpfung von Radverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln,
- verbessertes Mobilitätslernen an Schulen,
- mehr Sicherheit für den Radverkehr,
- fahrradfreundliches Klima.

Vor allem für bauliche Maßnahmen stehen in den nächsten Jahren pro Jahr ca. 5 Mio. € zur Verfügung.

Die Situation in Berlin ist günstig für mehr Radverkehr: Fast 50 % aller in Berlin zurückgelegten Wege und Fahrten sind kürzer als 5 km und damit mit dem Fahrrad in maximal 20 Minuten zu bewältigen. Theoretisch könnten weitere 10 % aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Das heißt, unter Berücksichtigung der Großstadtbedingungen Berlins wäre eine Verdoppelung des Radverkehrsanteils auf etwa 20 % aller Wege und Fahrten prinzipiell möglich. Die Umsetzung der Radverkehrsstrategie wird günstige Voraussetzungen hierfür schaffen. – - –

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit @senstadt.verwalt-berlin.de