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EINFÜHRUNG EINER MELDEPFLICHT FÜR KREBSERKRANKUNGEN

Pressemitteilung vom 13.01.2004

Aus der Sitzung des Senats am 13. Januar 2004:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Dr. Heidi Knake-Werner, beschlossen, den Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Meldepflicht für Krebserkrankungen beim Abgeordnetenhaus einzubringen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Senat im vergangenen Jahr zu einer solchen Regelung aufgefordert.

Ärzte und Zahnärzte, die in Berlin eine Krebserkrankung feststellen, sind künftig verpflichtet, diese an das dafür zuständige Gemeinsame Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Frei-staaten Sachsen und Thüringen (GKR) in Berlin-Kaulsdorf zu melden. Sie können mit der Meldung auch ein mit ihnen kooperierendes regionales Tumorzentrum beauftragen.

In Berlin werden von den Ärzten zurzeit nur 60 bis 65 Prozent der Krebserkrankungsfälle an das dafür zuständige Gemeinsame Krebsregister (GKR) gemeldet. Für zuverlässige wissenschaftliche Aussagen eines Krebsregisters, insbesondere für die Ermittlung von Erkrankungshäufigkeiten und die Bewertung von Häufigkeitsunterschieden, sind aber Melderaten von mehr als 90 Prozent erforderlich.
Dieses Ziel ist auf der Basis des gegenwärtig in Berlin geltenden Melderechtes – Ärzte sind zur Meldung von Krebserkrankungsfällen an das Krebsregister berechtigt, aber nicht verpflichtet – bisher nicht erreicht worden, obwohl das Gemeinsame Krebsregister zahlreiche Maßnahmen zur Erhöhung der Melderate durchgeführt hat. Das Land Berlin folgt deshalb nun dem Beispiel der am Gemeinsamen Krebsregister beteiligten Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt und führt ebenfalls eine Meldepflicht für Krebserkrankungen ein. Auch die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein haben mit der Begründung, dass die erforderliche Vollzähligkeit der Krebsregistrierung sonst nicht erreicht werden kann, in den letzten Jahren eine Meldepflicht für Krebserkrankungen eingeführt. – - –

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz
Telefon: 9028-2743
E-Mail: pressestelle@sengsv.verwalt-berlin.de