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BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG IN DER METROPOLENREGION BERLIN 2002 BIS 2020

Pressemitteilung vom 13.01.2004

Aus der Sitzung des Senats am 13. Januar 2004:

Der Senat hat den von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder eingebrachten Bericht „Bevölkerungsentwicklung in der Metropolenregion 2002 bis 2020“, der in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt erarbeitet wurde, zur Kenntnis genommen.

Die gewonnenen Daten sind eine wichtige Grundlage für Planungen und Entscheidungen zur weiteren sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und stadtpolitischen Entwicklung Berlins.

Berlin wächst mit seinen Umlandgemeinden zu einer zunehmend verflochtenen Metropolenregion zusammen. Um bei der Analyse und Prognose von Bevölkerungsentwicklungen zu realitätsnahen Ergebnissen zu gelangen, ist es geboten, die Metropolenregion Berlin – das heißt die Stadt Berlin und das unmittelbare Umland – als Ganzes zu betrachten. Daher enthält der vorliegende Bericht neben der konkreten Bevölkerungsprognose für Berlin einen Überblick über die bisherige und zukünftige Bevölkerungsentwicklung in der Metropolenregion, wie sie sich aus der Zusammenschau der aktuellen Bevölkerungsprognosen für Brandenburg und Berlin ergibt.

Kernaussagen des Berichtes

Die Metropolenregion Berlin ist der einzige Großraum in Ostdeutschland, in dem auf mittlere Sicht mit einer stabilen Bevölkerungsbilanz gerechnet werden kann. Gleichzeitig setzt sich in Ostdeutschland insgesamt die dramatische Abwanderungsbewegung in die alten Bundesländer fort. Die Entwicklung der Metropolenregion Berlin ist daher für die Gesamtentwicklung Ostdeutschlands von entscheidender Bedeutung:

 Die Bevölkerungszahl in der Metropolenregion ist im Zeitraum 1990 bis 2002 um insgesamt 140.000 gewachsen, hauptsächlich durch Zuwanderungen aus dem Ausland.

 Nach den Prognosen der Länder Berlin und Brandenburg steigt die Bevölkerung in der Metropolenregion im gesamten Prognosezeitraum um rd. 22.000 Personen an. Im Jahr 2020 werden ca. 4,38 Mio. Menschen im engeren Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg leben (Metropolenregion).

 Die Berliner Bevölkerungszahl entwickelte sich von 1992 bis 2002 von 3,465 Mio. auf 3,392 Mio. Berlin wird bis 2020 kaum eine Veränderung der Bevölkerungszahl erleben (2020: 3,366 Mio.).

Die qualitativen und räumlichen Umstrukturierungsprozesse in Bevölkerungsaufbau und -verteilung werden sich jedoch weiter fortsetzen und Auswirkungen auf Flächennutzung sowie die Infrastruktur in der Gesamtstadt haben.

Durchschnittsalter erhöht sich weiter

Der Alterungsprozess der Berliner Bevölkerung setzt sich bedingt durch anhaltend niedrige Geburtenraten und Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung fort.

 Das Durchschnittsalter der Berliner erhöht sich im Prognosezeitraum von 41,0 auf 43,6 Jahre. Jünger als 45 Jahre waren im Jahr 2002 noch 57,5 % der Bevölkerung; im Jahr 2020 wird der Anteil der unter 45-jährigen nur noch 51,5 % betragen.

 Die Zahl der älteren Bürger (ab 65 Jahre) wird bis zum Jahr 2020 um knapp 28 % zunehmen. Dann wird ihr Anteil von gegenwärtig 16 % auf 20 % gestiegen sein. Im Jahr 2020 werden in Berlin etwa 675.000 Menschen leben, die 65 Jahre und älter sind (Ende 2002: 528.000). Besonders hoch wird der Anstieg bei den Personen im Alter von 75 und mehr Jahren ausfallen. Ihre Zahl wird um 53 % von 223.000 (6,6 %) auf 341.000 Personen (10,1 % der Gesamtbevölkerung) ansteigen.

 Bei den Schulkindern und den Kindern im Vorschulalter setzen sich die Verluste mit insgesamt 60.000 Personen (-11 %) fort.

 Die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 18 bis 65 Jahren verringert sich um 113.000 Personen (-5 %). Die Zahl der „jungen Erwachsenen“ (18 bis 25 Jahre) wird sich um 51.000 Personen (-17 %) verringern, die Zahl der Erwerbsfähigen im Alter von 25 bis 45 Jahren sinkt um 9,7 %, während die Zahl der älteren Erwerbsfähigen (45 bis 65 Jahre) um 4,9 % steigen wird.

In den Berliner Bezirken ergeben sich sehr unterschiedliche Entwicklungen. Die höchsten Bevölkerungsverluste werden in den Großsiedlungen am östlichen Stadtrand (Hohenschönhausen, Marzahn, Hellersdorf) erwartet. Zugleich vollzieht sich hier eine besonders deutliche Alterung der Bevölkerung.

Politische Schlussfolgerungen

Berlin – wie auch die anderen großen Städte in Ostdeutschland – muss in ihrer Funktion als Wachstumsmotor gestärkt werden. Nur wenn es gelingt, in den Städten die Basis für dauerhafte Beschäftigung zu sichern, wird die Auszehrung Ostdeutschlands in den kommenden Jahren zu stoppen sein.

Für Berlin und die Region geht es insbesondere darum,

 die Infrastruktur der Metropolenregion als Ganzes zu betrachten und zu stärken,

 eine regionale Strategie zu entwickeln, die Wohnen, Leben und Arbeiten räumlich verknüpft,

 die verkehrliche Infrastruktur mit Blick auf das steigende Verkehrsaufkommen durch Berufspendler anzupassen,

 die zunehmenden Veränderungen im Altersaufbau zu berücksichtigen, sowohl bei den Gruppen der Schulkinder und Jugendlichen als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern im Rentenalter,

 der sozialen Entmischung und der sozialräumlichen Spaltung der Stadt zu begegnen.

Die detaillierten Prognoseergebnisse werden als Broschüre und im Internet veröffentlicht. – - –

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit@senstadt.verwalt-berlin.de