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LEHRERAUSBILDUNG AN UNIVERSITÄTEN: SCHNELLER UND PRAXISNÄHER

Pressemitteilung vom 20.04.2004

Aus der Sitzung des Senats am 20. April 2004:

Der Senat hat auf Vorlage des Senators für Bildung, Jugend und Sport, Klaus Böger, den Bericht über die Reform der Lehrerausbildung an den Berliner Universitäten beschlossen. Der Bericht wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Das 12. Gesetz zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes vom 5. Dezember 2003 macht den Weg frei für eine neue Lehrerbildung in Berlin. Ab dem Wintersemester 2004/05 werden an allen Berliner Universitäten gestufte lehramtsbezogene Studiengänge angeboten. Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer wird dadurch gestrafft und verkürzt, die Studienqualität erhöht. Die modularisierten Studiengänge sind mehr als bisher auf die zukünftige Berufspraxis ausgerichtet.

Durch die Maßnahmen wird eine Steigerung der professionellen Qualität angehender Lehrkräfte erwartet. Die von den Universitäten erarbeiteten Module werden durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur begutachtet.

Die Leistungen der Studierenden werden künftig studienbegleitend geprüft. Die universitären Master-Abschlüsse werden in einem förmlichen Verfahren durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport mit einer Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichgesetzt. So ist die staatliche Verantwortung gesichert, und die Absolventin bzw. der Absolvent erwirbt die Voraussetzungen für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst. Dieser wird für Lehrkräfte des gehobenen Dienstes auf zwölf Monate gekürzt, im höheren Dienst können Praxiszeiten von bis zu zwölf Monaten angerechnet werden, sodass auch hier eine Dauer von zwölf Monaten möglich ist.

Die Lehrerausbildung in den Bachelor- und Masterstudiengängen wird intern und extern durch die Hochschulen evaluiert. Die Universitäten legen mit Beginn des Wintersemesters 2004/05 ein mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport abgestimmtes Konzept über das Evaluationsverfahren vor. Für die Bachelor- und Masterabschlüsse ist eine Systemakkreditierung vorgesehen.

Der Senat geht davon aus, dass die Ausbildungskapazitäten in der Lehrerausbildung ausreichen, um den Einstellungsbedarf der Berliner Schulen in den kommenden Jahren zu decken. Für den Lehrerbedarf, der nicht durch die universitäre Erstausbildung gesichert werden kann, sollen die bestehenden Möglichkeiten für Seiteneinsteiger auch auf die Lehrämter der allgemein bildenden Schulen ausgedehnt werden.

In den kommenden Jahren werden an den Berliner Schulen Einstellungen von Lehrkräften erforderlich sein, insbesondere wegen der zahlreichen pädagogischen Verbesserungen. Zum Schuljahr 2005/06 werden ca. 1200 Einstellungen von Lehrkräften, innerhalb der nächsten zehn Jahre insgesamt ca. 10.000 notwendig.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Telefon: 9026-5843
E-Mail: Briefkasten@senbjs.verwalt-berlin.de