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SCHMITZ-REDE ZUR ÜBERGABE DES BERLINER MAUERTEILS IN BRÜSSEL

Pressemitteilung vom 22.04.2004

Es gilt das gesprochene Wort!
Sperrfrist: Heute, 13 Uhr

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Staatssekretär André Schmitz, hält heute um 13 Uhr bei der Übergabe eines Teils der Berliner Mauer in Brüssel im Park Leopold nahe rue Wiertz laut deutschem Manuskript die folgende Rede.

Schmitz: “Die Berliner Mauer war von 1961 bis 1989 eine weltweit wahrgenommene Anklage gegen die Verletzung der Menschenrechte. Die Freiheit wurde unterdrückt. Ihren Wunsch nach Freizügigkeit mussten viele Menschen mit dem Leben bezahlen. Der Fall der Mauer am 9. November 1989 war deshalb ein Tag großen Jubels in der Stadt. Die Berlinerinnen und Berliner drängten sich durch die Öffnungen von Ost nach West und von West nach Ost. Sie feierten zusammen. Die auf diesem Mauerteil sichtbare Bemalung auf der ursprünglich grauen und abstoßenden Mauer ist Ausdruck dieser Freude.

Die Mauer verschwand durch die Freiheitsliebe der Ostdeutschen. Dieser Erfolg wäre jedoch nicht denkbar gewesen ohne die politischen Entwicklungen in Polen, Ungarn und Tschechien. Wir sind und bleiben dankbar für die Unterstützung dieser Völker. Nach der Beseitigung der Mauer konnten sich die kommunistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa nicht mehr halten. Die neuen Demokratien strebten zur Vereinigung mit Westeuropa. Für acht mittel- und osteuropäische Staaten ist am 1. Mai 2004 das Ziel erreicht. Wir begrüßen sie zusammen mit Zypern und Malta ganz herzlich im gemeinsamen europäischen Haus.

Gemeinsam werden wir künftig für die Werte und Ziele der Europäischen Union kämpfen:

 Wir wollen gemeinsam den Frieden bewahren mit Hilfe dieser erfolgreichsten Friedensinitiative aller Zeiten, als die die Europäische Union bezeichnet werden kann.
 Wir wollen gemeinsam die Freiheit sichern und deshalb gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus kämpfen.
 Wir wollen gemeinsam die Lebensverhältnisse der europäischen Bürgerinnen und Bürger verbessern, indem wir einen wettbewerbsfähigen und wissensbasierten Kontinent mit immer mehr und immer besseren Arbeitsplätzen schaffen.
 Wir wollen gemeinsam Solidarität üben, denn diese EU ist unsere Schicksalsgemeinschaft, in der niemand auf Kosten des anderen, sondern jeder nur gemeinsam mit den anderen Erfolg haben kann.

Dieses Mauerstück soll die Europäerinnen und Europäer mahnen und insbesondere die täglich daran vorbeigehenden Europaabgeordneten immer wieder von neuem daran erinnern: Frieden, Freiheit und Wohlstand sind nicht selbstverständlich. Sie müssen immer wieder neu erarbeitet werden. Dies gelingt umso besser, als wir uns nicht in nationalen Grenzen abschotten, sondern solidarisch in der Europäischen Union zusammenarbeiten.”

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