Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

SENAT WILL GESUNDHEITSWIRTSCHAFT IN DER REGION GEMEINSAM ENTWICKELN

Pressemitteilung vom 07.09.2004

Aus der Sitzung des Senats am 7. September 2004:

Auf Vorlage des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, hat der Senat beschlossen, das Wachstumspotenzial des Wirtschafts- und Standortfaktors Gesundheit in den Feldern Gesundheitswirtschaft, Gesundheitswissenschaft und Gesundheitsversorgung verstärkt zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die Koordinierung und Strategieplanung übernimmt eine ressortübergreifende Steuerungsgruppe, in der die Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie die Senatskanzlei mit ihren Staatssekretären vertreten sind. Die Federführung hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen.

Berlin verfügt heute über eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung: Die Charité gehört zu den führenden Universitätsklinika in Deutschland. Vivantes ist das größte Krankenhausunternehmen Deutschlands. Auch qualitativ werden in den Krankenhäusern Berlins Spitzenleistungen erbracht. Schon jetzt beschäftigt der Gesundheitssektor in Berlin mit seinen verschiedenen Teilbereichen ca. 180.000 Personen. Damit ist fast jede/jeder achte Berliner Erwerbstätige im Gesundheitssektor beschäftigt. Die Umsätze belaufen sich auf rd. 17 Mrd. € pro Jahr, das entspricht rd. 10 % der gesamten Wirtschaftsleistung Berlins. Die Stadt weist eine außergewöhnliche Dichte gesundheitsbezogener universitärer, außeruniversitärer und unternehmerischer Forschungsbereiche auf und erfüllt schon jetzt in wichtigen Teilbereichen Anforderungen, die an ein Kompetenzzentrum Gesundheit gestellt werden. Berlin verfügt in Teilbereichen über wichtige Netzwerke (BioTOP, TSBmedici) und eine attraktive Infrastruktur (Gesundheitsstandort Berlin-Buch, Technologie- und Innovationsparks). Berlin-Buch verkörpert schon jetzt in vielerlei Hinsicht das künftige Bild der Gesundheitsregion: Drei Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft und in enger Beziehung zur Gesundheitswissenschaft sichern die Gesundheitsversorgung. Der 1992 gegründete Biomedizinische Forschungscampus Berlin-Buch vereint in enger räumlicher Nähe Einrichtungen der Grundlagenforschung, Kliniken und Biotechnologiefirmen. Dort haben sich 40 biotechnologisch ausgerichtete Firmen mit rd. 500 Arbeitsplätzen angesiedelt. Insgesamt sind auf dem Campus rd. 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Buch ist neben dem Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Dahlem eines der Zentren der Genomforschung in Deutschland. Mit dem gläsernen Labor und dem „Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen Berlin-Brandenburg e.V.“ ist Berlin-Buch zugleich ein Standort für Ausbildung.

Vielfältige Kooperationsmöglichkeiten insbesondere in der Medizintechnik ergeben sich auch in Adlershof durch die dort ansässigen Forschungseinrichtungen, wie u. a. Bessy II (Strukturanalyse), Max-Born-Institut für nicht-lineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (Laserbehandlung) oder Ferdinand-Braun-Institut für Hochfrequenztechnik (Mikrosystemtechnik). Bereits seit etlichen Jahren findet in Berlin eine Konzentration auf bestimmte Forschungsschwerpunkte statt, zu denen insbesondere die molekulare Medizin und die Biotechnologie gehören. Durch die Förderung von interdisziplinären Forschungsverbunden ist die Vernetzung von Wissenschaft untereinander und mit der Wirtschaft vorangetrieben worden. Ein besonders erfolgreiches Beispiel hierfür ist die Genomforschung, wo Berlin deutschlandweit eine Spitzenstellung einnimmt.
Private Investorinnen und Investoren sind bereit, in den Gesundheitsstandort Berlin zu investieren. Die Attraktivität Berlins als Gesundheitsstandort erweist sich u. a. darin, dass die HELIOS Kliniken GmbH ihren Verwaltungssitz demnächst nach Berlin verlegt.
Zum weiteren Ausbau der Gesundheitsregion Berlin setzt sich der Senat strategische Ziele. Dazu gehören die Sicherung und Stärkung der ansässigen Gesundheits- und Pflegeunternehmen sowie die Neuansiedlung von Unternehmen dieser Branche. Berlin will sein Profil in den Gesundheitswissenschaften schärfen mit dem Ziel, gesundheitswissenschaftliche Spitzenleistungen in Lehre und Forschung über Deutschland hinaus anzubieten. Gesundheitswirtschaft, Gesundheitswissenschaften und Gesundheitsversorgung sollen so vernetzt werden, dass wissenschaftliche Innovationen zügig in Produkte und Dienstleistungen umgesetzt und in der Gesundheitsversorgung erprobt werden können. Die beispielhaften Standorte Buch, Adlershof und Mitte werden weiterentwickelt.

Mit der qualitativen Weiterentwicklung von Gesundheit und mit dem Ausbau Berlins zum maßgeblichen Gesundheitszentrum Deutschlands mit internationaler Attraktivität soll die Zahl der Arbeitsplätze im Gesundheitssektor von bisher 180.000 auf mehr als 250.000 im Jahr 2010 steigen. Der Umsatz von rund 17 Mrd. € (geschätzt für 2000) soll auf mehr als 22 Mrd. € (2010) steigen. Mit der Charité und Vivantes verfügt das Land Berlin über zwei Gesundheitsunternehmen, die zu profilieren und weiterzuentwickeln sind. – - -

Rückfragen:
Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
Telefon: 9013-7418
E-Mail: pressestelle@senwiarbfrau.verwalt-berlin.de