Coronavirus in Berlin

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EIN „DANKE“ FÜR ALLE AUTOFAHRER, DIE IN DER LÜTZOWSTRASSE NICHT SCHNELLER ALS 30 KM/H FAHREN

Pressemitteilung vom 16.09.2004

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilt mit:

Die Europäischen Union hat das Ziel formuliert, die Anzahl der Straßenverkehrsopfer in Europa bis 2010 mindestens zu halbieren.

Mit dem im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität vom 16. bis 22. September 2004 auf der Tagesordnung stehenden Thema „Sichere Straßen für Kinder“ soll darauf hingewiesen werden, dass Kinder gerade im Straßenverkehr unsere besondere Aufmerksamkeit brauchen.
Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ca. 1500 Kinder unter 15 Jahren verletzt. Grund für einen Großteil dieser Unfälle ist Nichteinhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Verkehrsopferbilanz 2003 der Polizei belegt, dass Tempoüberschreitung eine der Hauptunfallursachen mit oft gravierenden Folgen ist. Die durchschnittlichen Überschreitensraten bei Geschwindigkeitsmessungen liegen nach Angaben der Polizei in Tempo 30-Bereichen bei ca. 18 %, stadtweit auf allen Straßen bei ca. 10 %. Allein im Monat Juli dieses Jahres registrierte die Berliner Polizei über 70.000 Fälle von überhöhter Geschwindigkeit.

Um diesem Missstand zu begegnen, werden zukünftig in Berlin – neben vielen anderen Maßnahmen – sogenannte Dialog-Displays eingesetzt. Die ersten zwei Geräte werden am heutigen Donnerstag im Beisein der Staatssekretärin für Verkehr, Maria Krautzberger, in der Lützowstraße im Berieb genommen.

Das Dialog-Display baut eine positive Kommunikation mit den Autofahrer auf, indem es lobt („Danke“) oder tadelt („Langsam“) und fordert damit zur Rücksichtnahme vor allem gegenüber Kindern auf. Die Sichtbarmachung einer Tempolimitüberschreitung ist jedoch nicht mit Sanktionen verbunden. Ein auf Initiative eines Schulleiters aufgestelltes Geräte lieferte in den vergangenen Monaten sehr positive Erfahrungen mit dem Dialog-Display in der Nähe einer Schule am Kladower Damm in Spandau . Ziel ist es, mit der anstehenden Aktion die bislang gewonnenen Erkenntnisse mit dem Dialog-Display systematischer zu untersuchen und damit auf eine breitere Erfahrungsbasis zu stellen.

Zwei Dialog-Displays ( ein Gerät je Fahrtrichtung ) werden zunächst für einige Monate in der Lützowstraße im Bezirk Mitte zwischen Potsdamer Straße und Kluckstraße fest installiert.
Danach können diese Geräte auch an anderen Standorten installiert werden. Vier weitere Geräte werden im Rahmen eines Sponsorings für die Zeit vom 16.09. – 27.09. 2004 an den Standorten Singerstraße (Mitte) und Parkstraße (Pankow) installiert und betrieben. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Vorher-Nachher-Untersuchungen ausgewertet.

Mit den sechs Geräten an drei Standorten kann das Verhalten der Autofahrer beobachtet und die Wirksamkeit dieses neuen „weichen Instruments“ zur Verhaltensbeeinflussung besser beurteilt werden. Insofern handelt es sich um einen weiteren Testversuch.

Unterstützt wird die Aktion durch die Firma RTB, verantwortlich für die Entwicklung und Herstellung des Dialog-Displays.

Rückfragen:
Manuela Damianakis
Telefon: 9012-5800
E-Mail: manuela.damianakis@senstadt.verwalt-berlin.de