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STUDIE DER FACHHOCHSCHULE FÜR TECHNIK UND WIRTSCHAFT: BERLINER INDUSTRIE HAT ZUKUNFT

Pressemitteilung vom 17.12.2004

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

„Die Berliner Industrie hat sich seit der Wiedervereinigung nicht nur erneuert, sondern gleichzeitig verjüngt; die neuen, meist kleinen Unternehmen brauchen jedoch noch Zeit zur Reife und zur Festigung ihrer Wettbewerbsposition.“ So lautet das Fazit der von einem Wissenschaftlertrio der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) Berlin erarbeiteten Studie „Berlins Industrie nach der Wiedervereinigung“.

Die aufschlussreiche Untersuchung zeigt, dass die Produktivität der Berliner Industrie in den Jahren 1991 bis 2001 um 40 Prozent und damit deutlich rascher als im Bundesdurchschnitt gewachsen ist. Aus einem Berliner Produktivitätsrückstand, wie er zu Beginn der 90er Jahre festzustellen war, sei aus Sicht der Autoren ein Vorsprung geworden.

Besonders deutlich vollzog sich die Erneuerung im Ostteil der Stadt. Hier sind neun von zehn Betrieben erst nach 1991 gegründet oder neu etabliert worden. Sie bieten zwei Dritteln der in der Industrie Ost-Berlins Beschäftigten Arbeit und erwirtschaften knapp zwei Drittel des Umsatzes. Im Westteil der Stadt erfolgte der Umbau dagegen stärker auf dem Weg der Modernisierung im betrieblichen Altbestand. Hier stellen die Neugründungen knapp 60 Prozent der Betriebe, fast ein Fünftel der Beschäftigung und nahezu 10 Prozent des Umsatzes.

Mit Blick auf die Jahre nach der Wiedervereinigung sollte man daher aus Sicht des Forschertrios statt von einer De-Industrialisierung eher von einer neuerlichen Ertüchtigung des Industriestandortes Berlin sprechen. Im Zusammenspiel von unternehmerischer Initiative und wirtschaftspolitischer Unterstützung sollte auf dieser Basis auch ein neuerlicher Aufschwung möglich sein.

Wirtschaftsstaatssekretär Strauch würdigte die Ergebnisse der Studie als wichtigen Beitrag zur Diskussion zum Strukturwandel der Berliner Industrie. Der Wirtschaftstandort sei qualitativ besser, als es zahlreiche Standortrankings vermuten lassen. „Das Glas ist halb voll, und nicht halb leer“.

Die konjunkturelle Entwicklung der Industrie in Berlin im dritten Quartal 2004 unterstreicht dies: Die Auftragsbücher der Industrieunternehmen sind weiter gefüllt und auch die Industrieumsätze sind aufwärts gerichtet.

Die Studie „Berlins Industrie nach der Wiedervereinigung“ entstand an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) Berlin. Für die Untersuchung wertete das Autorentrio Joachim Fischer, Ramona Pohl und Klaus Semlinger in Kooperation mit dem Statistischen Landesamt Berlin die Entwicklung des Verarbeitenden Berliner Gewerbes in den Jahren 1991 bis 2001 aus. Prof. Dr. Joachim Fischer und Prof. Dr. Klaus Semlinger lehren beide im Studiengang Betriebswirtschaftslehre der FHTW; die Diplom-Kauffrau Ramona Pohl war wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Publikation der Ergebnisse im Regioverlag Berlin wurde durch die Investitionsbank Berlin ermöglicht.

Joachim Fischer, Ramona Pohl, Klaus Semlinger (2004)
Berlins Industrie nach der Wiedervereinigung: Was bringt die neue Gründerzeit?
Regioverlag Berlin, Edition StadtWirtschaft (info@regioverlagberlin.de)

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Christoph Lang
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