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FORDERUNGEN DER CDU KOMMEN ZU SPÄT

Pressemitteilung vom 01.12.2004

Susanne Ahlers zu Hilfeangeboten für gewaltbetroffene Migrantinnen:

Zur Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Nicolas Zimmer, eine Hotline und Notunterkünfte für gewaltbetroffene muslimische Frauen zu schaffen, erklärt die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Susanne Ahlers: „Mit seinen Forderungen nach schnellen Lösungen kommt Herr Zimmer recht spät. Denn diese Hilfsangebote gibt es bereits:

Die BIG-Hotline bietet seit fünf Jahren telefonische Hilfe und Erstberatung für die Betroffenen und konnte mehr als 24.000 Anruferinnen und Anrufer beraten. Sie ist zu erreichen unter der Telefon-Nummer: 030/611 03 00 (täglich 9:00 – 24:00 Uhr). Die Hotline und die damit verbundene mobile Intervention bietet auch Beratung in Fremdsprachen, unter anderem Türkisch und Arabisch.

BIG-Hotline und die Berliner Polizei arbeiten sehr eng und erfolgreich zusammen. Das belegen auch die aktuellen Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden 1.036 Gewalttäter von der Polizei aus ihrer Wohnung verwiesen. Die Zahl der Anzeigen stieg von 7.552 im Jahr 2002 auf 10.371 im vergangenen Jahr. Polizeipräsident Dieter Glietsch misst der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einen hohen Stellenwert bei und engagiert sich in dieser Frage persönlich – wie bereits sein Vorgänger.

Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, können sich in sechs Frauenhäuser und 40 Zufluchtswohnungen flüchten. Seit mehr als zwei Jahren gibt es auch ein interkulturelles Frauenhaus für Migrantinnen – nicht nur Musliminnen.“

Weil gewaltbetroffene Frauen es oft nicht wagen, Anzeige zu erstatten, oder nicht alleine die Wohnung verlassen können, wird auch ärztliches und Pflegepersonal gezielt geschult, Anzeichen auf häusliche Gewalt zu entdecken und Hilfe anzubieten.

Staatssekretärin Ahlers weiter: „Herr Zimmer hat Recht, wenn er fordert gewaltbetroffene Frauen nicht mit ihrer Angst und Ohnmacht alleine zu lassen. Er hat Unrecht, wenn er in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken will, häusliche Gewalt sei ein Phänomen, das sich auf Berlinerinnen und Berliner muslimischen Glaubens beschränkt. Nach einer aktuellen Studie des Bundesgesund-heitsministeriums haben 40 % der Frauen in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr sexuelle oder körperliche Gewalt erfahren müssen. Es ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, dieser Gewalt entgegen zu treten. Ich freue mich, wenn sich künftig auch die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus aktiv dafür engagiert .“

Rückfragen:
Christoph Lang
Telefon: 90 13 – 74 18
E-Mail: pressestelle@senwaf.verwalt-berlin.de