Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

HARALD WOLF FORDERT UNISEX-TARIF FÜR RIESTER-RENTE: GLEICHE LEISTUNG FÜR GLEICHE PREMIE!

Pressemitteilung vom 01.04.2004

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, begrüßt die Überlegungen der Regierungsfraktionen im Bundestag, für die staatlich geförderte Altersvorsorge(Riester-Rente) gleiche Tarife für Männer und Frauen vorzuschreiben. Wolf begrüßte auch ein generelles Verbot geschlechtsspezifischer Tarife, über das derzeit das europäische Parlament und die EU-Kommission beraten.
Wolf: „Die in der Versicherungsmathematik immer noch gängige Unterscheidung von Risikogruppen nach Geschlecht ist willkürlich und blendet viele soziale Faktoren aus. Unterschiedliche Tarife aufgrund des Geschlechtes sind aber nicht nur ungerecht, sie behindern auch Eigenverantwortung. Denn die Übernahme von Risiken macht nur Sinn, wenn der oder die Betroffene durch Verhaltensänderung diese Risiken selbst beeinflussen kann. Sein Geschlecht kann man sich aber nicht aussuchen.“
Nach Beispielrechnungen aus der Versicherungswirtschaft führen derzeit noch gleiche Beiträge von Männern und Frauen zu mindestens 15-20% niedrigeren Leistungen für Frauen. Dies wird mit der höheren statistischen Lebenserwartung von Frauen begründet. Nicht berücksichtigt wird dabei aber, dass Frauen viele die Gesellschaft entlastende Leistungen wie zum Beispiel Pflege von Angehörigen oder Kindererziehung ohne Bezahlung erbringen.
Versicherungstarife, die beide Geschlechter gleich behandeln, kämen in einigen Bereichen aber auch Männern zu gute, so Wolf. Für Kfz- oder Risikolebensversicherung zahlen Männer derzeit oft mehr als Frauen. Wolf: „Auch für Männer sollten sich gesunde Lebensführung und rücksichtsvolle Fahrweise lohnen.“
Wolf mahnte die Versicherungswirtschaft, ihre Kriterien für Risikogruppen schon im eigenen Interesse zu modernisieren: „Je weiter die Gleichstellung der Geschlechter voranschreitet und sich die Lebensumstände von Frauen und Männern angleichen, desto weniger wird das Geschlecht als Kriterium für soziale Risiken taugen.“ Unisex-Tarife seien zu zumutbaren Preisen möglich, so Wolf. Das hätten Versicherungen in Schweden und Frankreich bereits bewiesen.

Rückfragen:
Christoph Lang
Telefon: 90 13 – 74 18
E-Mail: pressestelle@senwiarbfrau.verwalt-berlin.de