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MARSCHALL PROF. MEYER UND BÜRGERMEISTER WOLF TREFFEN SICH IN BERLIN: STETTIN - BERLIN: EINE WIRTSCHAFTSREGION WÄCHST WIEDER ZUSAMMEN

Pressemitteilung vom 30.04.2004

Die Senatverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Die historische Wirtschaftsregion zwischen Berlin, Stettin, Posen und Breslau wächst mit der Erweiterung der Europäischen Union wieder zusammen. Heute, am Vortag des Beitritts Polens zur EU kamen der Marschall der Wojewodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern), Prof. Zygmunt Meyer, und der stellvertretende Stadtpräsident von Szczecin (Stettin), Miroslaw Czesny, nach Berlin, um mit Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, über die weitere konkrete Zusammenarbeit zu sprechen. Anschließend besichtigten Meyer und Wolf die Ausstellung “Berlin, Polen und die Europäische Union“ im Berliner Rathaus. Außerdem eröffnete Marschall Meyer gemeinsam mit der Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, die Ausstellung „160 Jahre Bahnverbindung Berlin-Stettin“ im Ludwig-Erhard-Haus.
Die Verbesserung der Verkehrsverbindungen von Schienen über Straßen und Wasserwege bis zu den Flughäfen Szczecin-Goleniów (Gollnow) und Berlin-Brandenburg-International standen auch im Mittelpunkt der Beratungen der Arbeitsgruppe „Wirtschaft und Verkehr” der Bundesländer Berlin und Brandenburg und der Wojewodschaft Zachodniopomorskie. Marschall Meyer und Bürgermeister Wolf sind sich einig, dass der Ausbau der Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin durchgängig zweispurig und elektrifiziert für eine Geschwindigkeit bis 160 km/h Priorität haben müsse.
Marschall Meyer bestätigt die wesentliche Rolle dieser Zusammenarbeit bei der Verbesserung der Bahnverbindung zwischen Szczecin und Berlin. Das Marschallamt wird sich beim polnischen Ministerium für Infrastruktur dafür einsetzen, dass die Bahnstrecke Szczecin-Berlin auch auf polnischem Gebiet modernisiert wird. Der Ausbau des Flughafens Szczecin-Goleniów, der zu den wichtigen Verkehrszentren der Wojewodschaft gehört, hat eine wesentliche Bedeutung für die Verbesserung der Zugänglichkeit unserer beiden Regionen.“
Wolf: „Berlin freut sich auf den Beitritt Polens zur Europäischen Union und auf den offenen Austausch mit unseren direkten Nachbarn. Mein Ziel ist es, mit allen westpolnischen Wojewodschaften und Städten eine so gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aufzubauen wie wir sie bereits mit Szczecin und Zachodniopomorskie erreicht haben.“
Als zentrale Zukunftsprojekte sieht Wolf die Verbesserung der Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin: „Wir brauchen dringend eine leistungsfähigere Bahntrasse. Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht.“ Ein weiterer Meilenstein sei der Ausbau des Flughafens Schönefeld zum Airport Berlin-Brandenburg International: „Eine funktionsfähige Verkehrsinfrastruktur ist das A und O in einer Wirtschaftsregion, die nur durch die Begegnung der Menschen und dem Austausch von Gütern lebt. Der neue Flughafen BBI wird eine wichtige Funktion auch für Passagiere aus Polen übernehmen.“
Marschall Prof. Zygmunt Meyer erklärte: „Im Bereich Verkehr sind wir zusätzlich auch daran interessiert, dass die Bahnlinie Szczecin–Berlin bis nach Nowe Warpno (Neuwarp) verlängert und der westliche Abschnitt der geplanten Ringsstraße um die Stadt Szczecin errichtet wird. Wir haben Interesse an Investitionen, insbesondere im Bereich Tourismus (Segeltouristik). Wir unterstützen auch die Entwicklung des Flughafens in Goleniów (Gollnow), die einen überregionalen Charakter hat. Wir streben auch die stärkere Nutzung der Oder als Wasserstraße für den Schiffsverkehr an. Schließlich wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Sport-Einrichtungen in Szczecin und Berlin vertiefen.“
Marschall Meyer und Bürgermeister Wolf zogen eine positive Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit:
- Bahnverbindung: Im Bahnverkehr gibt es nunmehr Tagesrandverbindungen sowohl aus Szczecin nach Berlin als auch umgekehrt von Berlin nach Stettin. Dies kommt Geschäftsreisenden wie Tagestouristen zu Gute. In der Sommersaison wird es durchgehende Urlauberzüge von Berlin in die Ostseebäder Miêdzyzdroje (Misdroj) und Œwinoujœcie (Swinemünde) geben. Ab dem 1. Mai 2004 gilt ein Tarif des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg auch auf den grenzüberschreitenden Regionalbahnlinien RB 26 (Berlin/Lichtenberg-Kostrzyn/Küstrin) und RB 66 (Berlin-Angermünde-Szczecin/Stettin). „Schönes-Wochenende-Ticket” und “Brandenburg-Ticket” der Deutschen Bahn gelten ab 1. Mai bis Szczecin. Die Fahrplan-Daten für Szczecin sind ab 1. Mai integraler Bestandteil der VBB-fahrinfo, die bereits seit einem Jahr auch in polnischer Sprache verfügbar ist.
- Logistik: In Szczecin gibt es konkrete Überlegungen, das Konzept der Güterverkehrszentren (GVZ) im Berliner Umland auf den Hafen Szczecin-Œwinoujœcie zu übertragen und eine Kooperation mit dem Westhafen und der Behala sowie den GVZ rund um Berlin anzustreben.
- Verkehrsachsen: Berlin und Brandenburg wollen gemeinsam mit dem Hafen Szczecin-Œwinoujœcie sowie den EU-Staaten Italien und Slowenien in einem Interreg-Projekt der EU ein Entwicklungskonzept für die Verkehrsachse Ostsee-Adria erarbeiten.
- Tourismus: Auf der Internationalen Tourismusbörse haben die Kommunen Berlin und Stettin vereinbart, ein gemeinsames Angebotspaket Berlin-Szczecin für Tagestouristen zu entwickeln. Ein weiteres Interreg-Projekt der EU haben die Berliner Bezirke Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf sowie die Kommune Szczecin beantragt. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Angebote für den Wassertourismus. In Stettin soll noch im Herbst 2004 ein Workshop mit Experten aus Berlin und Stettin zum Thema Tourismus stattfinden. Als Geste des Willkommens erhalten Besucher aus den Beitrittsstaaten der EU in der ersten Maiwoche freien Eintritt in den Staatlichen Museen Berlins.
- Netzwerk Oderregion: Die Investitionsbank Berlin unterstützt mit diesem Projekt vor allem kleine und mittlere technologieorientierte Unternehmen bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf beiden Seiten der Oder.

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Christoph Lang
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