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HARALD WOLF ZUR EINWEIHUNG DES ULLSTEIN-VERLAGSHAUSES: DER ULLSTEIN-VERLAG KEHRT HEIM

Pressemitteilung vom 01.10.2004

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Sperrfrist 01.10.2004, 18:30h – Es gilt das gesprochene Wort!

Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, nahm heute an der Einweihung des neuen Verlagshauses des Ullstein-Verlags teil. Dabei sagte er unter anderem:

„Dies ist mehr als nur die Begrüßung einer wichtigen Verlagsgruppe, die mit einem breitgefächerten Programm und mit 100 Beschäftigten den Medienstandort Berlin weiter aufwerten wird. Dies ist die Begrüßung eines Heimkehrers. Ullstein kehrt zu seinen Wurzeln zurück.

Im Übrigen ist dies nicht das erste Mal in der wechselvollen Geschichte des Verlags. Schon einmal, 1959, verlegten die Ullstein Buchverlage ihren Firmensitz von Berlin weg, damals nach Darmstadt. 1967 war Ullstein wieder da. 1999 wurde der Unternehmenssitz im Rahmen einer Umstrukturierung erneut verlagert, dieses Mal nach München. Und jetzt sind Sie wieder da. Und wieder ganz in der Nähe des alten Berliner Zeitungsviertels, wo Leopold Ullstein seinen Zeitungskonzern aufbaute, und wo Louis Ullstein vor 101 Jahren, 1903, den Buchverlag gründete.

Ich kann Ihnen nur raten: Bleiben Sie dieses Mal endgültig! Sie werden es nicht bereuen!

Ullstein gehört zu Berlin und hat Berlin geprägt. Die Ullstein-Eule ist neben dem Berliner Bären das heimliche zweite Wappentier der Hauptstadt. Dafür steht die steinerne Ullstein-Eule, die nicht weit von hier entfernt im Hochhaus des Axel Springer Verlags immer noch in Ehren gehalten wird.

Wie die Eule der Minerva, die ihren Flug bekanntlich in der Dämmerung beginnt, ist die Ullstein-Eule zwar auch ein kluger Vogel. Aber sie symbolisiert kein Ende sondern einen Aufbruch: Den Aufbruch der Literaturstadt Berlin.

Seit dem Fall der Mauer entwickelt sich Berlin wieder zu der Verlagstadt, die es vor dem Krieg einmal war. Im Jahr 2002 – das sind die aktuellsten Zahlen, die uns vorliegen – waren 170 Buchverlage in der Stadt ansässig, die mit über 2.800 festen Beschäftigten einen Jahresumsatz von mehr als 580 Millionen EUR erwirtschafteten.

Bezogen auf die Anzahl der Neuerscheinungen belegte Berlin 2003 mit 6.600 Titeln den zweiten Rang in Deutschland hinter München.

Berlin ist aber nicht nur eine Verlags- sondern auch eine Literatur- und Autorenstadt (die anwesenden Verlegerinnen und Verleger werden mir diese feine Unterscheidung verzeihen). Heute haben 550 selbständige Schriftsteller in Berlin ihren Wohnsitz. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des deutschen PEN sind hier ansässig.

Hier lebt die Literatur und wird gelebt. Das reicht vom Slam-Poetry-Abend in einem der zahlreichen Berliner Clubs bis zum Literaturfestival, das derzeit wieder zahlreiche Autorinnen und Autoren von Weltruf in Berlin versammelt. Ja, sogar im Rahmenprogramm des Berlin-Marathons gibt es seit Jahren Autorenlesungen.

Berlin nimmt also bereits wieder einen hervorragenden Platz in der deutschen Literaturproduktion ein. Die Ullstein-Verlagsgruppe wird dazu beitragen, diesen Rang zu festigen. Ich wünsche dem Unternehmen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine erfolgreichen Neubeginn sowie mindestens weitere 101 gute Jahre im Zeichen der Eule!

Rückfragen:
Christoph Lang
Telefon: 9013-7418
E-Mail: christoph.lang@senwaf.verwalt-berlin.de