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Karla Sachse gewinnt Wettbewerb

Pressemitteilung vom 13.12.2004

Den Kunstwettbewerb zur Errichtung eines Denkzeichens für die Opfer der ehemaligen Haftstätte Prenzlauer Allee hat die Künstlerin Karla Sachse gewonnen. Die Entscheidung des Preisgerichts unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Stefanie Endlich am 9. Dezember war einstimmig.
In der Begründung heißt es über den Entwurf der Künstlerin: „Ein besonderer Wert des Konzeptes liegt darin, dass das Schriftband sowohl in den öffentlichen Raum als auch in und auf das Bezirksamtsgelände wirkt. Der Entwurf überzeugt in der direkten Ansprache an die Betrachter/innen durch assoziative Aufnahme der Zeitzeugenberichte in Form von Fragen. Ausgehend vom konkreten Ereignis bleibt die Arbeit in der Art ihres dialogischen Prinzips gesellschaftlich aktuell.“

Im September 2004 hatten die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur zusammen mit dem Bezirksamt Pankow, Abteilung Kultur, Wirtschaft und öffentliche Ordnung, gemeinsam einen Kunstwettbewerb ausgelobt. Beteiligt war die 2001 gegründete Bürgerinitiative von Bürgerinnen und Bürgern des Prenzlauer Bergs, die das Vorhaben des Denkzeichens aktiv begleitet hat. Zum anonymen Wettbewerbsverfahren waren sieben Künstlerinnen und Künstler eingeladen worden. Die Realisierung des ausgewählten Entwurfes soll 2005 erfolgen. Vorher wird es eine öffentliche Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten im Bezirk Pankow geben.

Das Denkzeichen nimmt Bezug auf Haus 3 des Bezirksamtsgeländes Fröbelstraße an der Prenzlauer Allee. Im Keller des Hauses 3 hatte das NKWD, das sowjetische Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten, eine Haftstätte errichtet. 1950 wurde sie dem Ministerium für Staatssicherheit übergeben. Sie bestand nach jetzigen Erkenntnissen bis 1956. Viele Zeitzeugenberichte belegen, dass in der Haftstätte Menschen inhaftiert worden waren, die im Verdacht standen, Gegner der sowjetischen Besatzungsordnung bzw. später der Ordnung der DDR zu sein. Oft war es Denunziation, die zur Inhaftierung willkürlich Beschuldigter führte.

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Dr. Torsten Wöhlert
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