Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Kein Abriss des Palastes ohne Anschlussprojekt - Kunstfreiheit gilt auch für die Zwischennutzung

Pressemitteilung vom 03.12.2004

Zu den Äußerungen von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse in der heutigen Berliner Zeitung erklärt Thomas Flierl, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Berlin:

“Die Skepsis des Bundestagspräsidenten gegenüber den Plänen, nach Abriss des Palastes eine Grünfläche anzulegen und bessere Zeiten für das Humboldt-Forum abzuwarten, ist berechtigt. Die Grünanlage wäre nur das dekorierte Scheitern des Anspruchs der Öffentlichkeit auf diesen bedeutungsvollen Ort. Es ist daher zu begrüßen, wenn sich Wolfgang Thierse maßgeblich für das Projekt engagiert, an der dominant kulturellen Nutzung festhält und dessen Realisierung nun in einem Investoren- und Architekturwettbewerb anstrebt.

Die weitere kulturelle Zwischennutzung des Palast-Rohbaus bis zum Beginn der Bauarbeiten steht dem nicht entgegen. Sie wurde zwischen dem Bundesbauministerium, dem Bundesfinanzministerium, der Beauftragten für Kultur und Medien und dem Berliner Kultursenator einvernehmlich verabredet. Sie liegt im öffentlichen Interesse, weil sie den Anspruch auf die gesellschaftliche Mitte der Hauptstadt wach hält und durch Nutzung die Transformation zwischen dem Staatsforum der Vergangenheit zu einem kultur- und wissensgestützten Bürgerforum der Zukunft vorbereitet. Die kulturelle Zwischennutzung hat es nicht verdient, zur negativen Projektionsfläche der eigenen Zweifel zu werden. Deswegen sollte auch die Zwischennutzung bis zum Realisierungsbeschluss über das Anschlussprojekt fortgesetzt werden.

Bei aller möglichen Kritik im Einzelnen gilt es gerade hier, die Freiheit der Kunst gegenüber politischer Einflussnahme zu gewährleisten. Der Eindruck ist falsch, dass die Jury Projektanträge für den Palast unkritisch empfiehlt. Wenn das Hauptstadtprojekt des Humboldt-Forums gelingen soll, braucht es kulturelle Begleitung, diese ist legitimer Bestandteil der Förderung des Hauptstadtkulturfonds.”

Rückfragen:
Dominique Krössin
Telefon: 90 228 205
E-Mail: dominique.kroessin@senwfk.verwalt-berlin.de