Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Auswahlverfahren für den Generaldirektor der Opernstiftung korrekt

Pressemitteilung vom 07.11.2004

Die Behauptung des Spiegel, der Kultursenator manipuliere das Auswahlverfahren für den Generaldirektor der Opernstiftung durch Instrumentalisierung der Medien, entbehrt jeder Grundlage.

Hierzu erklärt Senator Flierl:

“Als Stiftungsratvorsitzender habe ich die Aufgabe, dem Stiftungsrat einen oder mehrere Personalvorschläge zur Benennung des Generaldirektors der Opernstiftung zu unterbreiten. Der Abwägungsprozess wird dabei von drei wesentlichen Anforderungskriterien geleitet:
1. Managementkompetenz,
2. Fähigkeit zur konzeptionellen Entwicklung der Opernstiftung und zur kulturellen Kommunikation, insbesondere mit den Intendanten der vier künstlerisch selbständigen Betriebe,
3. Repräsentation der Stiftung gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Die entscheidende Frage ist, welche der betreffenden Personen die ausgewogenste Kombination dieser Fähigkeiten mitbringt.

Bis zur Erörterung im Stiftungsrat muss der Vorsitzende frei sein, seine Empfehlung zu formulieren. Als Stiftungsratsvorsitzender verbietet es sich nicht nur grundsätzlich, sondern es wäre auch völlig unnötig, „unliebsame Kandidaten zu desavouieren’, denn allen Beteiligten ist die durch das Gesetz herausgehobene Stellung des Stiftungsratsvorsitzenden bekannt, gegen dessen Stimme die Position nicht besetzt werden kann.

Nur wer davon ausgeht, dass die Vorabstimmung im Netzwerk alles, die Empfehlung des Vorsitzenden und die Debatte im Stiftungsrat aber nichts sind, kann jetzt ‚Intrige’ rufen.

Zur Wahrung der Verhandlungspositionen ist es durchaus üblich, mit Kandidaten bereits vor der Entscheidung Eckpunkte vertraglicher Vereinbarungen, auch durch den Austausch von Entwürfen, vorzuverhandeln. So auch bereits mit einem anderen Kandidaten zuvor geschehen.

Meine Position, dem Stiftungsrat zwei Kandidaten zur Anhörung vorzuschlagen, konnte allein deshalb nicht realisiert werden, weil der eine, nachdem ich ihn persönlich über das beabsichtigte Verfahren und meine Präferenz informiert hatte, öffentlich mitteilte, dass er sich auf das Angebot aus Berlin freue und nach der dann notwendigen Richtigstellung, dass ein solches Mandat nur der Stiftungsrat erteilen kann, ebenfalls über die Presse erklärte, dass er nun nicht mehr zu Verfügung stehe.

Mit seinem Wunsch, eine Kandidatenauswahl treffen zu wollen, hat der Stiftungsrat am 2. November nun nichts anderes beschlossen, als ich ursprünglich angestrebt hatte.

Es ist nicht nur legitim, sondern auch richtig und geboten, dass ich bei einer solch wichtigen Personalentscheidung als Vorsitzender des Stiftungsrates vor einer Empfehlung an den Stiftungsrat, Rat und Meinungen nicht nur im politischen Raum einhole, sondern auch im kulturpolitischen Umfeld der Stadt, deren Akzeptanz die Arbeit des künftigen Generaldirektors nicht unwesentlich mitbestimmen wird.

Während der Begegnung mit Herrn von Becker am 20. Oktober bat ich ihn als überregional renommierten Theaterexperten um fachlichen Rat hinsichtlich der Anwendung der genannten Kriterien. Da er nur einen der beiden Kandidaten persönlich kannte, regte er an, sich gemeinsam mit dem ihm noch unbekannten Kandidaten zu treffen. Ein solches Treffen könne sowohl dazu dienen, im Sinne eines Hintergrundgespräches den Kandidaten kennen zu lernen, als auch mir behilflich sein, den Kandidaten bei der Erörterung der Opernprobleme mit Fachjournalisten zu erleben. Aus terminlichen Gründen habe ich an diesem Treffen nicht teilnehmen können. Aus demselben Grund hat mir Herr von Becker seine Sicht der Dinge später per e-mail übermittelt.
Meine Erwartung, bestehende Bedenken ausräumen zu können, wurde allerdings enttäuscht.
Auf meine inhaltliche Position hat diese Stellungnahme weit weniger Einfluss als das spätere Votum der Opernintendanten oder die positiven Erwartungen an eine angemessene Besetzung in den Medien (über den Tagesspiegel hinaus).

Zu keinem Zeitpunkt habe ich Herrn von Becker irgendwelche Aufträge erteilt oder ihn um spezielle Erkundigungen gebeten. Ich war lediglich daran interessiert, seine Meinung zu erfahren, um sie in den Abwägungsprozess einbeziehen zu können. Auch habe ich zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die Berichterstattung der Medien genommen oder nehmen wollen.

Auf welche Weise allerdings eine an mich gerichtete e-mail in die Hände des Spiegel geriet, würde mich schon interessieren.“

Rückfragen:
Dr. Torsten Wöhlert
Telefon: 90 228 203
E-Mail: torsten.woehlert@senwfk.verwalt-berlin.de