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VERDIENSTKREUZ AM BANDE AN PAUL MOOR

Pressemitteilung vom 14.01.2004

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt mit:

Kulturstaatssekretärin Barbara Kisseler wird Paul Moor am Freitag, dem 16. Januar 2004, in ihrem Dienstzimmer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen.

Der 1924 in El Paso (USA) geborene ausgebildeter Pianist, Publizist und Schriftsteller arbeitete schon mit 20 Jahren als Drehbuchautor für Dokumentfilme und freier Journalist. Seine Artikel erschienen in Magazinen wie Harpers Magazine, The New Yorker, später auch TIME und New York Times.

1951 kam Paul Moor nach Deutschland, wo er nicht nur Reiseberichte und Features für amerikanische Radiosender und Magazine erstellte, sondern auch an der Freien Universität Berlin über zeitgenössische amerikanische Musik dozierte. Der Film blieb jedoch stets im Mittelpunkt seines Schaffens. 1973 wurde Paul Moor Jurymitglied der Berlinale, 1980 erstellte er einen Dokumentarfilm über einen unbekannten, damals noch praktizierenden Arzt, der 18 Monate am Hygiene-Institut in Auschwitz gearbeitet hatte.

In Deutschland bekannt wurde Paul Moor vor allem durch seine Beschäftigung mit dem Kindermörder Jürgen Bartsch, mit dem er nach dessen Verurteilung Briefkontakt aufnahm. Daraus entstand 1971 das Buch „Das Selbstporträt des Jürgen Bartsch“, für das er sich intensiv mit der Psychoanalyse beschäftigte. Bis 1981 studierte er dafür am Berliner Psychoanalytischen Institut. Sein zweites Buch über Jürgen Bartsch (Opfer und Täter, 1991) wurde bereits ein Jahr später durch Oliver Reese dramatisiert und an deutschen Theatern aufgeführt.

Seine Reportagen in weltweit beachteten Magazinen ist Berlin in besonderem Maße zu Gute gekommen und das schon zu einer Zeit als in den USA noch große Vorbehalte gegen Deutschland bestanden. Mit seiner publizistischen Tätigkeit hat er zu einer besseren Verständigung zwischen den beiden Ländern beigetragen.

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Annette Walz
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