Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

CHARITÉ AUF GUTEM WEG

Pressemitteilung vom 27.09.2004

SPERRFRIST: 17.30 Uhr

Aufsichtsrat verabschiedet Bilanzen und unterstützt Vorschläge des Vorstandes bei der Neuausrichtung der Charité

Der Aufsichtsrat der Charité hat in seiner Sitzung am 27. September 2004 die Eröffnungsbilanz für die Charité – Universitätsmedizin Berlin zum 1. Juni 2003 sowie den Jahresabschluss für das erste Geschäftsjahr der fusionierten Charité – Universitätsmedizin Berlin vom 1. Juni bis zum 31. Dezember 2003 verabschiedet. Gleichzeitig hat er die Vorschläge des Vorstandes für die Neuausrichtung der Charité beraten und ihnen grundsätzlich zugestimmt.

Die Eröffnungsbilanz der Charité zum 1. Juni 2003 schließt mit einer Bilanzsumme von 1,8 Mrd. Euro ab. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin verfügt dabei über ein Eigenkapital in Höhe von 221 Mio. Euro. Als erste Universitätsklinik in Deutschland hat die Charité nach den Vorgaben im Vorschaltgesetz zur Errichtung der Charité – Universitätsmedizin Berlin Teileröffnungsbilanzen für die Bereiche Klinikum und Fakultät erstellt. Von der Bilanzgesamtsumme entfallen 545 Mio. Euro auf die Fakultät. „Mit der Trennung der Bilanzen für Klinikum und Fakultät hat die Charité sehr zügig einen Auftrag des Vorschaltgesetzes erfüllt und Neuland betreten“, lobte der Aufsichtsratsvorsitzende, Senator Dr. Thomas Flierl. Die Finanzströme für die Patientenversorgung einerseits sowie für Forschung und Lehre andererseits können nun transparent dargestellt werden. Dies wird Forschung und Lehre stützen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juni bis 31. Dezember 2003 endet mit einem Fehlbetrag von 20,07 Mio. Euro. In Anbetracht der schwierigen Situation ist der Betriebsverlust aus der operativen Geschäftstätigkeit moderat ausgefallen. Der Aufsichtsrat hat den gemeinsam tagenden Klinikumsvorständen für das Jahr 2003 Entlastung erteilt.

Breiten Raum nahm im Aufsichtsrat die Diskussion über die vom Vorstand vorgelegten Konzepte zur strategischen Neuausrichtung der Charité ein. Der Vorstand will die Charité als Universitätsklinikum, aber auch als Gesundheits-unternehmen auf dem Medizinmarkt nach internationalen Vorbildern wie zum Beispiel John Hopkins etablieren. Die einzelnen Standorte der Charité sollen ein klares Profil erhalten und in ein umfassendes Netzwerk von Kooperationen mit anderen Krankenhäusern, niedergelassenen Praxen und Rehabilitationsein-richtungen eingebunden werden. Insbesondere will die Charité den Technologie-transfer verbessern und die fast hundert Erfindungen und Patente pro Jahr wirtschaftlich noch besser umsetzen. Biotechnologie, Medizintechnik und Therapieforschung sollen schwerpunktmäßig gefördert werden. „Der gesamte Gesundheitsmarkt ist ein wachsender Markt, an welchem die Charité teilhaben möchte. Nur wenn wir von der Dynamik des Gesundheitsmarktes profitieren, können wir die Grundlage für eine exzellente Forschung und Lehre bewahren und unserer Aufgabe als Innovationsmotor für die Region gerecht werden“, betonte der Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Detlev Ganten.

Damit das Gesundheitsunternehmen Charité effizient arbeiten und sich konsequent am Markt ausrichten kann, soll es dezentralisiert werden. Medizinische Leistungs-zentren mit voller Ergebnisverantwortung sollen die Charité wettbewerbsfähig machen. Der Vorstand hat als Zielgröße die Bildung von 15 medizinischen Leistungszentren definiert. In den Zentren sollen Kliniken und Institute so zusammen-gefasst werden, dass sich die gesamte Organisation stärker an Patienteninteressen orientiert und teure Ressourcen wie zum Beispiel Intensivstationen, Operationssäle, Labore etc. wirtschaftlicher genutzt werden. “Wir versprechen uns von der Zentrenbildung mehr Patientenfreundlichkeit, eine höhere Effizienz und eine größere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an veränderte Wettbewerbs- und Umfeldbe-dingungen“, sagte der Direktor des Klinikums, Dr. Behrend Behrends. Prof. Martin Paul, Dekan der medizinischen Fakultät, betonte, dass die medizinischen Leistungs-zentren soweit wie möglich auch die wissenschaftlichen Schwerpunkte in der Charité berücksichtigen sollen; die Zentrenbildung solle das Streben nach wissenschaftlicher Exzellenz unterstützen. „Im nächsten Schritt wird es darauf ankommen, die strukturelle Verknüpfung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung im Rahmen der Zentrenbildung zu realisieren“, mahnte Senator Dr. Thomas Flierl.

Derzeit wird das Zentrumskonzept des Vorstandes mit allen betroffenen Klinik- und Institutsdirektoren diskutiert. Ende des Jahres 2004 soll das Konzept endgültig stehen und Teil des strategischen Gesamtplanes sein.

Senator Dr. Thomas Flierl stellte zusammenfassend fest, dass die Charité auf einem guten Weg sei, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen. Die Entwicklung wird vom Aufsichtsrat auch weiterhin sorgfältig beobachtet, da insbesondere die Einführung des Fallpauschalensystems für die stationäre Krankenversorgung mit finanziellen Risiken verbunden ist.

Rückfragen beantwortet Ihnen gerne Professor Dr. Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin, unter Tel. 030/450 570 001.

Rückfragen:
Brigitte Reich
Telefon: 90228-204
E-Mail: brigitte.reich@senwfk.verwalt-berlin.de