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ZU FUSS ZUR SCHULE UND ZUM KINDERGARTEN

Pressemitteilung vom 22.09.2004

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilt mit:

Der Aktionstag „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ fordert dazu auf, dass Kin-der den Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück-legen. Aber ist das Zu Fuß Gehen für Kinder heutzutage nicht gefährlich?
Ist es nicht klüger, wenn Kinder erst dann zu Fuß zur Schule gehen, wenn sie ein we-nig älter und erfahrener sind?
Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigen sich Lehrer, Erzieher und Eltern nicht nur in Berlin, sondern bundes- und sogar weltweit. Der heutige Berliner Aktionstag versucht mit zahlreichen Veranstaltungen Antworten auf diese Fragen zu finden und
möglichst viele Schüler, Eltern und Lehrer zu gewinnen, den Weg von und zur Schule oder unter Begleitung zum Kindergarten ohne Auto zu bewältigen.

Etwa 20 Grundschulen und Kindergärten sind dem Aufruf des Arbeitskreises Mobili-tätserziehung gefolgt und weisen mit Projekttagen, Veranstaltungen und Diskussions-runden auf das Problem des zunehmenden motorisierten Individualverkehrs hin. Die Anne-Frank-Grundschule in Tiergarten wird einen Projekttag rund um das Thema Ver-kehr und Mobilitätserziehung durchführen. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer unterstützt den Aktionstag durch ihren Besuch.
Untersuchungen belegen, dass die Begleitung der Kinder durch Erwachsene auf dem Weg zur Schule enorm zugenommen hat. Legten in den 70er Jahren noch ca.
90 % der Erstklässler den Schulweg allein oder zusammen mit anderen Kindern zurück, so waren es im Jahr 2000 nur noch etwa 20 %. In Haushalten mit Kleinkindern in Deutschland erfolgen ca. 25 % der zurückgelegten Wege durch Begleitungen. Direkte Verkehrsfolge ist ein merkbarer Anstieg des motorisierten Individualverkehrs, auch in Berlin. Damit hat der „Begleitverkehr“ einen relevanten Anteil an den morgendlichen „Spitzenstunden“. Diese Begleitung mittels Auto hat aber auch noch einen anderen ne-gativen Aspekt: Wer als Kind nur mit dem Auto aufwächst, dem fällt als Erwachsener eine abwägende Auswahlentscheidung zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln schwerer.

Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Kinder und Jugendliche sollen dazu befähigt werden, ihr Mobilitätsverhalten und ihre Verkehrsmittelnutzung kritisch zu hinterfragen, an der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse mitzuwirken und Mobilitätsentscheidungen be-wusst und „kompetent“ zu treffen. Deshalb hat das Land Berlin ein großes Interesse an der Umsetzung einer zukunftsorientierten Verkehrs- und Mobilitätserziehung.
Wenn Kinder lernen den Weg zur Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, bedeutet das auch, dass sie sich im Straßenverkehr besser zurechtfinden, dass sie sich bereits auf dem Schulweg fit halten und dazu auch noch etwas für ihre Umwelt tun. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Schaffung von Voraussetzungen für sichere Schulwege eine hohe Priorität in der Verkehrspolitik des Landes Berlin ein-nimmt. Die in der letzten Woche in Betrieb genommenen Dialog-Displays, die fertigge-stellten und geplanten Fußgängerüberwege, die Tempo-30-Zonen vor Schulen und auch die neu eingerichteten Fahrradstreifen sind Beispiele für die gezielte Ausrichtung einer an der Verkehrssicherheit orientierten sozialen und ökologischen Verkehrspolitik des Senats und helfen unseren Kindern, sich im Straßenverkehr sicher und selbststän-dig zu bewegen.“

Rückfragen:
Manuela Damianakis
Telefon: 9012-5800
E-Mail: manuela.damianakis@senstadt.verwalt-berlin.de