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Präsident des bundesweit größten Amtsgerichts geht in den Ruhestand - Justizsenatorin Karin Schubert verabschiedet Gerhard Offenberg feierlich in Moabit

Pressemitteilung vom 30.11.2004

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Justizsenatorin Karin Schubert verabschiedet am 1. Dezember um 10.00 Uhr im großen Konferenzsaal des Kriminalgerichts Moabit feierlich den langjährigen und verdienstvollen Präsi-denten des Amtsgericht Berlin, Herrn Gerhard Offenberg, nach über 40 Jahren Tätigkeit für die Berliner Justiz in den Ruhestand.

Justizsenatorin Karin Schubert:
„Ich danke Herrn Gerhard Offenberg für sein langjähriges engagiertes Wirken in der Berliner Justiz. Er hat bis heute als äußerst verantwortungsbewusster Gerichtspräsident fast sein ge-samtes berufliches Leben in den Dienst der ordentlichen Gerichtsbarkeit, genauer gesagt, in den Dienst der Berliner Amtsgerichte gestellt.
Nicht nur als Präsident sondern bereits als Direktor des Amtsgerichts Wedding, dessen Leiter er fast 13 Jahre war, stellte er sich mit großem Organisationsgeschick einer außergewöhnlichen Herausforderung: Die erfolgreiche Einführung des automatisierten Mahnverfahrens bei einem einzigen, zentralen Mahngericht für ganz Berlin. Dass im Amtsgericht Wedding inzwischen fast 500.000 Mahnverfahren mit einem Forderungswert von über 800 Millionen Euro im Jahr bearbeitet werden können, ist auch ein Verdienst von Herrn Offenberg. Seine Fähigkeiten hat Herr Offenberg sehr erfolgreich in der Zeit als Präsident aller Amtsgerichte Berlins einge-bracht und wesentlich daran mitgewirkt, dass auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der modernen Informationstechnologie aufgeschlossen gegenüber stehen. Ich danke ihm für sein langjähriges, engagiertes und kollegiales Wirken in der Berliner Justiz ganz herzlich.“

Herr Gerhard Offenberg, 1939 in Berlin geboren, studierte Jura in Berlin und trat nach seinem Referendariat in Berlin im Oktober 1967 als Assessor in die Berliner Justiz ein. 1970 wurde er Amtgerichtsrat beim Amtsgericht Tiergarten. Nach Tätigkeiten unter anderem in der Senats-verwaltung für Justiz wurde er 1983 zum Direktor des Amtsgerichts Wedding ernannt. Im Juli 1996 wurde ihm die Aufgabe des Präsidenten des Amtgerichts Berlin und damit zugleich die Dienstaufsicht über alle Amtsgerichte Berlins übertragen.
Am 11. November hat das Abgeordnetenhaus mit den Stimmen aller Fraktionen das Gesetz zur Schaffung dezentraler Verwaltungsstrukturen in der ordentlichen Gerichtsbarkeit verabschiedet, das am 1. Januar 2005 in Kraft tritt. Damit wird die Funktion des Präsidenten des Amtsgerichts als sogenannte „Mittelbehörde“ abgeschafft. Bisher war der Präsident des Amtsgerichts nicht nur der Leiter des Amtsgerichts Tiergarten mit ca. 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern zugleich auch der Chef der insgesamt ca. 3.700 Beschäftigten aller 12 Berliner Amtsgerichte. Er hatte die Dienstaufsicht über insgesamt 549 Richterinnen und Richter. Das zweitgrößte Amtsgericht in der Bundesrepublik ist das Amtsgericht München mit 191 Richterstellen. Zukünftig werden die 12 Berliner Amtsgerichte weitgehend selbständig arbeiten, was einen wesentlicher Beitrag zur Dezentralisierung der Berliner Justiz darstellt und damit zu mehr Flexibilität und mehr Bürgerfreundlichkeit führt.

Rückfragen:
Andrea Boehnke
Telefon: 030/90133633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de