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Jugendarrestanstalt Berlin geht ins Netz: Justizsenatorin Karin Schubert präsentiert weitere Berliner Vollzugsanstalt im Internet

Pressemitteilung vom 18.11.2004

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Justizsenatorin Karin Schubert startet heute die Präsentation der Jugendarrestanstalt Berlin im Internet. Ab heute kann jeder zahlreiche Informationen darüber erhalten, was Jugendarrest ist, auf welche Weise und mit welchem Ziel er vollstreckt wird und wie die jugendlichen Arrestanten in der Anstalt betreut werden. Damit ist die sechste der insgesamt zehn Berliner Vollzugsanstalten mit einer eigenen Präsentation im Internet vertreten.

Justizsenatorin Karin Schubert:
„Diese besondere Sanktionsform des Jugendarrestes ist bei vielen Berlinerinnen und Berlinern noch unbekannt. Durch diese informative Darstellung im Internet versuchen wir, über die vielen Maßnahmen aufzuklären, durch die qualifiziertes Personal den Jugendlichen die Bedeutung ihrer Taten und die Folgen für die Opfer aufzeigt. Die erfolgreiche Umsetzung und Ausgestaltung des Arrestes hier in Berlin macht deutlich, dass Forderungen nach Einführung eines so genannten Warnschussarrestes überflüssig sind. Wichtiger als Abschreckungsmaßnahmen auszuweiten ist es, den Jugendlichen echte Perspektiven im Leben anzubieten. Wer aber beharrlich gegen gesellschaftliche Regeln verstößt, muss auch konsequent und schnell für seine Tat zur Verantwortung gezogen werden. Dazu bietet das Jugendstrafrecht auch ohne Warnschussarrest eine Vielzahl von Möglichkeiten.“

Ab heute können ausführliche Informationen über die Jugendarrestanstalt Berlin unter der Adresse [[/SenJust/Justizvollzug/Index.html|www.berlin.de/SenJust/Justizvollzug/Index.html]] abgerufen werden.
Der virtuelle Besucher der Anstalt erhält einen Einblick in den alltäglichen Tagesablauf, die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen im Arrest und vieles mehr.

Mit einer Gesamtbelegungsfähigkeit von 35 Arrestplätzen gehört die Jugendarrestanstalt Ber-lin zu den größten Jugendarrestanstalten in Deutschland. Im Jahr 2003 wurden insgesamt 1.270 Jugendliche bzw. Heranwachsende aufgenommen, davon verbüßten 131 weibliche und 1.139 männliche Insassen Jugendarrest.

Der Vollzug des Jugendarrestes wird in Berlin erzieherisch gestaltet. Durch vielfältige sozialpädagogische Interventionen soll den Arrestantinnen und Arrestanten geholfen werden, die Schwierigkeiten zu bewältigen, die zur Begehung der Straftaten beigetragen haben.
Jugendarrest ist das strengste der im Jugendgerichtsgesetz vorgesehenen so genannten Zuchtmittel. Mildere Zuchtmittel sind die Verwarnung oder die Erteilung von Auflagen. Nur wenn kein Zuchtmittel mehr ausreicht, wird vom Gericht die strengste vorgesehene Sanktion der Jugendstrafe verhängt, die nicht in der Jugendarrestanstalt sondern in der Jugendstrafanstalt vollstreckt wird.
Jugendarrest ist keine Strafe, er wird aber im Erziehungsregister vermerkt. Jugendarrest kann als Freizeitarrest für ein oder zwei Wochenenden, als Kurzarrest bis zu vier Tagen oder als Dauerarrest von einer bis zu vier Wochen verhängt werden.

Zusätzliche Informationen:
Die Jugendarrestanstalt Berlin (JAA Berlin) befindet sich seit Dezember 1995 am Standort Lichtenrade. Dort, nahe der Berliner Stadtgrenze, übernahm die JAA Berlin das leerstehende Gebäude der aufgelösten geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung „Haus Kieferngrund“. Seit dem Umzug erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Im Herbst 2001 wurde im neuausgebauten Dachgeschoss des Hauses 1 eine zusätzliche Station eingeweiht. Damit konnte die maximale Gesamtbelegungsfähigkeit der JAA Berlin von 29 auf 35 Plätze gesteigert werden, wobei für Notsituationen vorübergehend noch weitere 11 Haftplätze in Doppelbelegung aktivierbar wären. In die JAA Berlin sind aufzunehmen bzw. einzuweisen: weibliche/männliche Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene, gegen die Jugendarrest zu vollstrecken ist; sowie männliche/weibliche Jugendliche und Heranwachsende, gegen die Erzwingungshaft gemäß § 96, 98 II OWIG angeordnet ist und die zum Zeitpunkt der Vollstreckung noch nicht 21 Jahre sind. Der Vollzug des Jugendarrestes wird erzieherisch gestaltet. Durch vielfältige sozialpädagogische Interventionen soll den Arrestanten/innen geholfen werden, die Schwierigkeiten zu bewältigen, die zur Begehung der Straftaten beigetragen haben.

Rückfragen:
Andrea Boehnke
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de