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JUSTIZSENATORIN SCHUBERT ÜBERNIMMT SCHIRMHERRSCHAFT FÜR BERLINER JUGENDRECHTSHÄUSER: OPTIMALE UND FRÜHE HILFE FÜR JUNGE MENSCHEN VERHINDERT KRIMINELLE KARRIEREN

Pressemitteilung vom 14.09.2004

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Justizsenatorin Karin Schubert übernimmt die Schirmherrschaft für den Landesverband der Jugendrechtshäuser Berlin e.V., der sich morgen gründet.

60 Vertreter aus Anwaltschaft, Jugendhilfe, Justiz, Schulen, Polizei, Kinder- und Jugendmedizin und -psychiatrie sowie aus Forschung und Lehre schließen sich unter der Schirmherrschaft der Justizsenatorin morgen als Deutschlands zweiter Landesverband der Jugendrechtshäuser zusammen. Jugendrechtshäuser sind mit ihren Anlauf- und Vermittlungsstellen auf die Bedürfnisse unserer Zeit zugeschnittene Präventionseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, Eltern, Erzieher, Lehrkräfte sowie Mitarbeiter aus dem Bereich der Jugendhilfe. Dank einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit von Juristen, Pädagogen, Kinderärzten, Psychologen und vielen anderen Berufsgruppen sollen Kinder von klein auf systematisch Hilfe erfahren und Betreuung bekommen, wo einzelne Institutionen nicht helfen können. Sie verstehen sich als „Börse“, an der die zentralen Elemente eines multifaktoralen Bildungs- und Erziehungskonzeptes, zu denen vor allem das Recht, Rechtsbewusstsein und Empathie gehören, durch Menschen aus unterschiedlichen Berufen in das Präventionsnetzwerk Elternhaus, Kindergarten, Schule, Ausbildungsbetrieb, Jugendclub und Justiz eingebracht und vermittelt werden.

Justizsenatorin Karin Schubert:
„Ich finde es wichtig, früh und aus vielen verschiedenen fachlichen Perspektiven auf Probleme der Kinder einzugehen und Hilfen anzubieten. Das gilt auch für Eltern, die manchmal nur aus eigener Überforderung keinen Ausweg sehen und dann auch ihren Kindern nicht helfen können. Jugendrechtshäuser bieten interdisziplinäre Sichtweisen und Lösungen an und versuchen, die Kinder dort zu erreichen, wo die Probleme beginnen. Das ist sinnvoller, als hinterher nach harten Strafen zu rufen. Einen Lebensweg früh zu begleiten und in eine gesellschaftskonforme Richtung zu lenken ist um ein Vielfaches einfacher, als auffällige Kinder zur Umkehr zu bewegen. Der Landesverband der Jugendrechtshäuser Berlin e.V. dient dazu, diese Kompetenz zu bündeln und damit die Leistungsfähigkeit der Jugendrechtshäuser in Berlin zu erhöhen.“

In Berlin bestehen neben den beiden seit zwei Jahren erfolgreich arbeitenden Jugendrechtshäusern Kreuzberg und Neukölln zwei weitere, unmittelbar vor der Gründung stehende Gründungsinitiativen und Pläne zur Gründung weiterer Jugendrechtshäuser.

Berlin ist nach Brandenburg das 2. Bundesland, in dem ein solcher eigener Landesverband im Rahmen der bundesweiten Jugendrechtshausbewegung gegründet wird. Insgesamt gibt es in zehn Bundesländern 32 Jugendrechtshäuser und Jugendrechtshausinitiativen, die zu dem im Mai 2002 in Berlin gegründeten und ansässigen Bundesverband der Jugendrechtshäuser Deutschland e.V. gehören.

„Kinder sollten von klein auf in jeder Alltagssituation lernen, die (Menschen-)Rechte des Anderen vorurteilsfrei zu achten und eigene Rechtspositionen zu erkennen und maßvoll durchzusetzen,“ sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Jugendrechtshäuser Deutschland e.V., Sigrun von Hasseln. Die Vorsitzende Richterin einer großen Jugendstraf- und Jugendschutzkammer am Landgericht Cottbus engagiert sich schon seit Jahren für Jugendrechtshäuser. „Kinder müssen verstehen, dass nicht die in den Medien gezeigte Gewalt das Normalverhalten im Alltag bestimmt, sondern nur das sensible und mitleidvolle Miteinander zum Erfolg führt,“ so Frau von Hasseln weiter.

Das Modell der Jugendrechtshäuser beruht auf wenigen hauptamtlichen Kräften, die intensiv ehrenamtliches Engagement von Fachleuten einwerben. Daraus entstehen dann zahlreiche Projekte, in denen beispielsweise Schulen von Juristen oder Psychologen besucht werden, oder eine kostenlose Rechtsberatung von Rechtsanwälten angeboten wird.

„Es ist unfassbar, wie viele massive Rechtsprobleme bereits Kinder und Jugendliche haben. Das reicht von Konflikten im Elternhaus und Schule über Handyschulden bis hin zu Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung“, berichtet Rechtsanwalt Dr. Ralph Meyer Berliner Rechtsanwalt und Initiator des Landesverbandes der Jugendrechtshäuser Berlin, aufgrund vorangegangener Erfahrungen.

Nähere Auskünfte: Bundesverband der Jugendrechtshäuser Deutschland e.V., www.jugendrechtshaus.de, Tel.: 030/76 884 187/188, E-mail: bundesverband@jugendrechtshaus.de;
Initiative Landesverband der Jugendrechtshäuser Berlin, Rechtsanwalt Dr. Ralph Mayer, Französische Straße 14, 10117 Berlin-Mitte, Tel.: 030/20 67 16 10, Fax 030/20 67 18 40, E-mail: ralph.mayer@mayer-law.de :

Rückfragen:
Andrea Boehnke
Telefon: 9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de