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Senatorin Knake-Werner: Selbstbestimmtes Sexualverhalten von Frauen und Mädchen fördert Aids-Prävention

Pressemitteilung vom 26.11.2004

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Die Infektionsrate bei HIV und Aids von Frauen und Mädchen steigt weltweit besonders auffällig an. Daher stehen sie im Mittelpunkt des diesjährigen Welt-Aids-Tages, der am 1. Dezember begangen wird. Während 1997 41 % aller HIV-infizierten Menschen weiblich waren, ist der Anteil der HIV-infizierten Frauen Ende 2003 auf fast 50 % gestiegen. Von weltweit rd. 35,7 Mio. erwachsenen HIV-Infizierten sind inzwischen rd. 17 Mio. Frauen.

In Deutschland lebten Ende 2003 rd. 43.000 Menschen mit HIV und Aids, 33.500 Männer und 9.500 Frauen. Das sind rd. 4.000 Menschen mehr als im Vorjahr. In Berlin sind etwa 10.000 Menschen HIV-infiziert. Mitte dieses Jahres waren in der Stadt 4.859 Aids-Fälle diagnostiziert – bei 4.327 Männern und 532 Frauen. 3.027 Menschen sind in Berlin bereits an Aids gestorben.

In vielen Ländern leben Frauen und Mädchen in ökonomischen und emotionalen Abhängigkeiten und haben häufig aufgrund patriarchaler Strukturen kein selbstbestimmtes Sexualleben. So können sie sich oftmals nicht vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Selbst bei der Benutzung des einfachsten, aber wirksamsten Schutzmittels gegen die Übertragung von HIV, des Kondoms, sind sie auf die Kooperation ihres Sexualpartners angewiesen. In Deutschland sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen, die sozial, ökonomisch und kulturell benachteiligt sind wie z. B. Migrantinnen aus Ländern, in denen HIV weit verbreitet ist, aber auch Drogenkonsumentinnen und Partnerinnen von Drogengebrauchern oder Frauen in der Armuts- und Zwangsprostitution.

Gesundheitssenatorin Dr. Heidi Knake-Werner erklärt: „Sinnvolle Präventionsmaßnahmen gegen Aids müssen auf ein verändertes Rollenverhalten der Frauen abzielen und sie zu selbstbestimmtem Handeln anregen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität ist dabei von zentraler Bedeutung. Frauenspezifische HIV-Prävention muss die Stärkung der sexuellen Identität in den Mittelpunkt rücken, die wiederum Voraussetzung für die Entwicklung einer Schutzmotivation und auch der Fähigkeit des Durchsetzens von Schutzmaßnahmen beim Sexualverkehr ist. Der Gebrauch von Kondomen darf nicht tabuisiert werden. Das Erkennen und Durchsetzen eigener Wünsche und Bedürfnisse der Frauen muss im Vordergrund stehen. Ein selbstbestimmtes Sexualleben kann Frauen und Mädchen vor Aids und damit ihr Leben schützen.“

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner