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SENATORIN KNAKE-WERNER: PRÄVENTIVES HANDELN SCHÜTZT VOR ÜBERSCHULDUNG

Pressemitteilung vom 21.01.2004

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Heute hat Senatorin Dr. Heidi Knake-Werner gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e. V. einen neuen Ratgeber zum Thema Verschuldung und ein speziell für Jugendliche entwickeltes Haushaltsplanspiel vorgestellt. Solche Hilfen werden zunehmend wichtig, steigt doch die Zahl verschuldeter Menschen weiter an. Derzeit sind in Berlin schätzungsweise rund 160.000 Haushalte von Verschuldung betroffen, vor allem Singlehaushalte und allein Erziehende. Grund ist zumeist die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit.

Die 1999 erlassene Verbraucherinsolvenzordnung hat es erleichtert, Auswege aus der Überschuldung zu finden und einen wirtschaftlichen Neuanfang möglich zu machen. In Berlin ist ein qualifiziertes Beratungsnetz aufgebaut worden, das Unterstützung gibt. 21 anerkannte bezirklich zugeordnete gemeinnützige Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen bieten kostenlos fachgerechte Hilfe. Das Land Berlin stellt jährlich 5 Mio € dafür bereit. Die Stellen haben großen Zulauf, obgleich sich nur ein kleiner Teil aller Betroffenen in einer professionellen Beratung befindet. Zwischen 9.000 und 10.000 Klientinnen und Klienten betreuen die Beratungsstellen laufend. Hinzu kommen ca. 15.000 Kurzberatungen und etwa 2.000 – 2.500 Menschen, die an Informations-veranstaltungen teilnehmen. Die durchschnittliche Verschuldung pro Klient beträgt rund 51.600 €.

Die Senatorin rät dringend, sich im Bedarfsfall immer an eine dieser anerkannten Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen zu wenden. Viele unseriöse Anbieter, die bundesweit agieren, betreiben Geschäfte mit der Armut, die das Problem nur weiter verschärfen. „Unsere Senatsverwaltung wird sich weiterhin für den Erhalt und die Stabilisierung des Beratungsnetzes einsetzen. Das ist nicht nur für die Betroffenen wichtig, sondern die Arbeit der Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen bringt nachweislich auch Einspareffekte für den Landeshaushalt. Laut Evaluationsstudie der evangelischen Fachhochschule aus dem Jahr 2003 erzielt das Land Berlin bei einem Einsatz von 1 Euro für die Schuldner- und Insolvenzberatung mindestens 2 Euro an Einsparungen.

Wir müssen die Prävention in diesem Bereich stärken. Gerade Jugendlichen muss ein Grundwissen zum Umgang mit Geld vermittelt werden, denn Verschuldung wird immer jünger. Wir brauchen deshalb vor allem niedrigschwellige Unterstützungsangebote, die viele Menschen erreichen, möglichst bevor sie vor einem Schuldenberg stehen. Präventive und aktive Hilfe zur Selbsthilfe für Betroffene und Interessierte schützen vor Verschuldung und dies ist Ziel unserer Bemühungen,“ erklärt Senatorin Knake-Werner.

Mehr im Internet unter: www.berlin.de/lageso und www.schuldnerberatung-berlin.de

Rückfragen:
Regina Kneiding
Telefon: 9028-2743
E-Mail: pressestelle@sengsv.verwalt-berlin.de