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MIT HIPPY KOMMEN ELTERN UND KINDER BESSER VORAN

Pressemitteilung vom 19.04.2004

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz – Beauftragter für Integration und Migration – teilt mit:

Eine stärkere Ausrichtung der Erziehungsberatung auf die besonderen Probleme bildungsferner Migrantenfamilien hat der Beauftragte für Integration und Migration des Berliner Senats, Günter Piening, gefordert. Neben der Stärkung der Elternarbeit in Schule und Kita solle dabei ein Schwerpunkt auf die aufsuchende Familienarbeit und den Einsatz von Erziehungshelferinnen und –helfern mit Migrationshintergrund gelegt werden, erklärte Piening bei einem Besuch des von der Arbeiterwohlfahrt Berlin durchgeführten Eltern-Projektes HIPPY.

HIPPY ist eine Abkürzung für Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters. Das Eltern-Kind-Programm richtet sich an sozial benachteiligte Migrantenfamilien mit Kindern im Vorschulalter. HIPPY hat seit dem Start in Berlin 1998 rund tausend Familien erreicht. „HIPPY“, so der Integrationsbeauftragte, „hat sich in den Berliner Innenstadtbezirken zu einem zentralen Baustein niedrigschwelliger Erziehungsberatung entwickelt, das seine Klientel wirklich erreicht.“

Das Programm HIPPY setzt bei der Mutter als erster und wichtigster Erziehungsperson an. Mit Hilfe einfacher Arbeitsmaterialien wie Bilderbüchern, Mal- u. Arbeitsblättern und anderen Materialien übt sie spielerisch zusammen mit ihrem Kind täglich etwa 20 Minuten zu Hause, wobei beide erfahren, dass Lernen auch Spaß machen kann. Gleichzeitig erhalten sie einen besseren Zugang zur deutschen Sprache.

Immer mehr Migrantenkinder im Vorschulalter sprechen nur schlecht deutsch. Die Annahme, dass die hier geborenen Kinder durch Eltern, Kindergartenbesuch und den natürlichen Spracherwerb in ihrem Wohnumfeld die deutsche Sprache ausreichend erlernen, hat sich nicht bestätigt. Hinzu kommt, dass sie kognitiv häufig nur ungenügend gefördert sind.

Die Arbeiterwohlfahrt als Träger des Projekts registriert eine wachsende Hilflosigkeit der Eltern. Diese Situation führt dazu, dass die Kinder von ihren Eltern nicht in ausreichendem Maße auf die Schule vorbereitet werden und somit ein „regulärer“ Unterricht zumindest an einigen Schulen im Berliner Innenstadtbereich kaum noch möglich ist. Genau hier greift HIPPY. Die Mütter werden bei der Arbeit mit dem Material regelmäßig zu Hause von Hausbesucherinnen angeleitet und unterstützt. Diese sind deutsch sprechende Migrantinnen, kommen aus demselben Kulturkreis wie die Mütter und sind für sie nicht selten ein Vorbild erfolgreicher Integration.

Für die Arbeit mit den Familien werden die Hausbesucherinnen angeleitet und geschult. Außerdem werden sie im Rahmen des Projektes weiter qualifiziert, da sie als Migrantinnen in stärkerem Maß von Arbeitslosigkeit betroffen sind und wenig Perspektiven haben, einen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden. HIPPY ist in Berlin ein neuer, „ungewöhnlicher“ und erfolgreicher Ansatz der aufsuchenden Familienarbeit.

Rückfragen:
Elke Pohl
Telefon: 90172322
E-Mail: Elke.Pohl@auslb.verwalt-berlin.de