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INTEGRATIONSPREIS 2004 VERGEBEN

Pressemitteilung vom 02.09.2004

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz – Beauftragter für Integration und Migration – teilt mit:

Mit dem diesjährigen Integrationspreis zeichnet der Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen Initiativen aus, die sich für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Partizipation von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund einsetzen. Jetzt hat die aus drei Fachfrauen bestehende Jury die Preisträgerinnen ermittelt. Insgesamt stehen für den Preis 5000,00 € zur Verfügung.

Der Preis, so das Fazit der Jury, wird geteilt auf zwei Hauptpreisträgerinnen mit jeweils 2000,00 €:

- RABIA e.V. – Interkulturell Feministisches Mädchenprojekt e.V., Wrangelstraße 84 a ,10997 Berlin, und
- Mädchennotdienst, Obentrautstraße 53,10963 Berlin.
Dazu gibt es einen Sonderpreis von 1000,00 € für
- DÜNJA, Mädchen-Kultur-Treff Jagowstraße 12, 10555 Berlin.

Im Rahmen des Berliner Integrationstages am 13. September 2004 wird die Vorsitzende des Landesbeirats für Integrations- und Migrationsfragen, die Staatssekretärin für Soziales Dr. Petra Leuschner, die Preise offiziell verleihen.

Bis zum 15. August konnten sich Einrichtungen und Projekte bewerben, die die gesellschaftliche Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund besonders fördern und stärken.

Insgesamt bewarben sich 24 verschiedene Initiativen um den Preis. Die Jury legte ihrer Entscheidung vor allem zwei Kriterien zu Grunde: Ausgezeichnet werden sollten sowohl Projekte, bei denen der Gedanke des allgemeinen „Empowerments“ im Vordergrund steht, die also darauf abzielen, die allgemeine Qualifikation von Mädchen und jungen Frauen zu stärken, ihre Kompetenz auf vielfältige Weise zu erhöhen, das Selbstwertgefühl zu stärken, als auch Initiativen, bei denen der „Schutzgedanke“ im Vordergrund steht, die sich besonders der Krisenintervention verschrieben haben und auch die besondere Belastung ihrer Zielgruppe betonen.

Daraus ergab sich die Aufteilung auf zwei Hauptpreise. Bei Rabia e.V. würdigt die Jury insbesondere den sehr innovativen, kreativen Ansatz, der auch sonst schwer erreichbare Zielgruppen anspricht. Rabia bietet sehr breit gefächerte Projektarbeit für Mädchen und junge Frauen und wirkt auch stark in den Sozialraum hinein. In vielfältigen Initiativen und Aktionen gelingt es Rabia e. V. sehr gut, das Selbstwertgefühl der Mädchen zu steigern und ihnen erkennbare Freiräume im Alltag zu schaffen.

Der Mädchennotdienst in der Obentrautstraße hat sich zu einem anerkannten und erfolgreichen Kriseninterventionszentrum entwickelt. Hervorzuheben ist, so das Votum der Jury, dass sich hier ein Frauenprojekt dezidiert, intensiv und erfolgreich der interkulturellen Öffnung verschrieben hat. Durch seine Arbeit hat der Mädchennotdienst nicht nur vielen Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund Schutz geboten, sondern auch die öffentliche Diskussion um die besonders schwierige Situation von Mädchen und Frauen aus traditionell geprägten Elternhäusern befördert.

Mit dem Sonderpreis wird ein sehr kreatives Projekt im Stadtteil Moabit ausgezeichnet, der Mädchen-Kultur-Treff DÜNJA. Besonders hervorzuheben ist, dass das Projekt aus einer Eigeninitiative von einigen Mädchen hervorgegangen ist und über seinen innovativen, kreativen Ansatz sowie originelle Aktionen wichtige politische Signale aussendet. So wurde durch eine Teilnahme an der Jugendwahlkampagne zu den Bundestagswahlen die Diskussion über das fehlende Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer in die Öffentlichkeit transportiert.

Die Jury weist in ihrer Entscheidung ausdrücklich darauf hin, dass sich auch andere anerkennenswerte Projekte unter den Einsendungen befanden. Sie konnten leider nicht mit einem Preisgeld ausgezeichnet werden. Bei der Preisverleihung werden sie aber auf jeden Fall erwähnt und gewürdigt.

Die offizielle Preisverleihung findet statt im Rahmen des diesjährigen Berliner Integrationstags am Montag, den 13. September 2004 um 15.30 Uhr in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin-Neukölln.

Rückfragen:
John Röhe
Telefon: 9017-2357
E-Mail: john.roehe@auslb.verwalt-berlin.de