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SCHÜLER PFLEGEN JÜDISCH-DEUTSCHEN FRIEDHOF IN BRESLAU-ZWEI BERLINER LEHRER MIT VERDIENSTMEDAILLE GEWÜRDIGT

Pressemitteilung vom 09.12.2004

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Für Ihren großen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen den Menschen in Polen und Deut-schen erhalten Dagmar Denzin und Eckhard Rieke

am 10. Dezember 2004 um 12.00 Uhr
in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport,
Beuthstraße 6-8, 10117 Berlin, Raum 6035

die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport, Thomas Härtel, wird die Laudatio sprechen.
Frau Denzin und Herr Rieke unterrichten an der Thomas-Mann-Gesamtschule in Berlin-Reinickendorf.

1992 riefen beide ein Projekt ins Leben, das sich mit der Erhaltung und Pflege eines völlig zerfallenen jüdisch-deutschen Friedhofs in Breslau widmet. Das Projekt wird gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Thomas-Mann-Schule und des ASSA-Gymnasiums in Breslau getragen wird. Einmal jährlich fahren Herr Rieke und Frau Denzin mit mehreren Freiwilligen nach Breslau um die Gräber zu pflegen und Instand zu halten. Durch die Zusammenarbeit haben sich indessen gute partnerschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Schulen – vor allem zwischen den polnischen und deutschen Schülerinnen und Schülern – entwickelt.

Dem historisch-belasteten Verhältnis zwischen Polen und Deutschen setzt das Projekt Kontinuität und Multikulturalität entgegen. Für die Thomas-Mann-Schule, das ASSA-Gymnasium in Bres-lau und alle beteiligten Schüler, Betreuer und Angehörige der dort Beigesetzten ist das Projekt sehr wichtig und deswegen inhaltlich fest in den Schulen verankert.

Das Projekt ist weit über die Schullandesgrenzen hinaus als wichtiger Beitrag zur politischen Bildung bekannt, das in der Schule viel Positives bewirkt: Neben den intensiven Kontakten, die sich durch die regelmäßigen partnerschaftlichen Treffen deutscher und polnischer Schüler erga-ben, haben sich Beziehungen bis nach Israel und Australien entwickelt.

Die Darstellung des Projektes erfolgte in mehreren Ausstellungen in Berlin und Polen sowie in den Medien. Darüber hinaus fand es mehrfach Würdigung und Anerkennung von außerschulischen Instituten wie der Harold-Bob-Stiftung und der Theodor-Heuss-Stiftung.

Staatssekretär Härtel: „In vorbildlicher Weise haben Herr Rieke und Frau Denzin nicht nur zur Völkerverständigung, sondern auch zur Vertiefung der deutsch-polnischen Beziehungen beigetragen: Wir würdigen diese Leistung mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.“

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