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EHRUNG FÜR ENGAGIERTEN ZEITZEUGEN

Pressemitteilung vom 28.09.2004

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Einer der engagiertesten Zeitzeugen Deutschlands, Ivar Buterfas, wird

am Mittwoch, dem 29. September 2004 von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr
im Festsaal des Roten Rathaus

vor 250 Schülerinnen und Schülern aus seiner Autobiographie lesen und mit ihnen diskutieren.

Herr Buterfas wird jedem der anwesenden Schüler ein persönliches Exemplar überreichen. Darüber hinaus spendet er noch weitere fünfzig Bücher für die Verteilung an Berliner Schulen. Er hatte bereits 2002 seine Biographie allen Berliner gymnasialen Oberstufen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der heute 72jährige Ivar Buterfas ist einer der Zeitzeugen, die während der Zeit des Nationalsozialismus unter der Verfolgung seiner Familie und unter den schrecklichen Erlebnissen von Flucht und Überleben zu leiden hatte. Er war als eines von neun Kindern eines Juden und einer Christin nach den Nürnberger Rassegesetzen Halbjude. Der Vater kam sehr früh ins KZ Sachsenhausen, nachdem er in mehreren Straf- und sogenannten Umerziehungslagern interniert war. Die Mutter rettete das Leben der Kinder dadurch, dass sie sich trotz des Drucks der Gestapo nicht von ihrem Mann scheiden ließ. Nach 1941 flohen sie von Hamburg nach Polen und wieder zurück nach Hamburg, wo sie zwei Jahre lang versteckt in einen Kellerloch die letzten Kriegsjahre bis zur Befreiung durch die britische Armee überlebte.

In seinen Vorträgen und in seiner Autobiographie „Sunny goy“ schildert Herr Buterfas die Zeit nach 1933. Sein Motto lautet „Vergeben ja, vergessen nie“.

Ivar Buterfas wurde für seine Aktivitäten in der Friedensarbeit mit mehreren Preisen geehrt, darunter dem Weltfriedenspreis (1995) und der Medaille für die treue Arbeit im Dienst des Volkes in Silber, verliehen durch die Stadt Hamburg (2003).

Klaus Böger: „Ich bin Herrn Buterfas sehr dankbar dafür, dass er unermüdlich das Gespräch mit jungen Leuten sucht. Er ist ein wichtiger Gesprächspartner für die nachwachsenden Generationen. Durch Zeitzeugen können Jugendliche viel besser verstehen, dass hinter den Daten und Fakten Menschen und Schicksale stehen.“

Rückfragen:
Pressesprecherin
Telefon: 9026 5843
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