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JAHRESTAGUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR OSTEUROPAKUNDE

Pressemitteilung vom 07.03.2003

Es gilt das gesprochene Wort!

Das Büro der Bürgermeisterin teilt mit:

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde führte die Bürgermeisterin von Berlin, Karin Schubert, am 6. März 2003 u. a. aus:

„Seit neunzig Jahren gehört die Deutsche Gesellschaft für Osteuropaforschung zu den wichtigsten Trägern des Wissens und der Forschung über die Nachbarn im Osten Deutschlands. Dabei zählt sie zu den wichtigsten Foren für die Erörterung der Entwicklung der Staaten und Gesellschaften Ost- und Mitteleuropas. Insofern ist ihr Rat gerade an diesen Tagen besonders gefragt. Am Vorabend einer historischen Erweiterung der Europäischen Union und der jüngst in Prag beschlossenen Vergrö-ßerung der NATO ist auch das Thema der Jahrestagung ‚Konflikte und Konfliktprä-ventionen’ von aktueller Bedeutung.

Wenn wir einen Moment innehalten und ein gutes Jahrzehnt nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs Zwischenbilanz ziehen, fällt auf: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft und freier Wettbewerb haben einen beeindru-ckenden Siegeszug angetreten – vor allem in den Staaten der Vischegrad-Gruppe (Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei), aber auch anderswo.

Diese positive Bilanz erinnert daran, dass die Europäische Union seit ihrer Grün-dung ein Friedenskonzept und eine Strategie für wirtschaftliche Dynamik und sozia-len Ausgleich war. Und wir können heute froh sein, dass die EU diese Qualitäten auch nach der Öffnung der Grenzen bewahrt hat. Gleichzeitig haben die blutigen Konflikte auf dem Balkan und im Kaukasus deutlich gemacht, dass das Potential für Konflikte in vielen Regionen noch vorhanden ist. Es ist noch ein weiter Weg zu ei-nem vereinigten Europa der Völker zwischen dem Atlantik und dem Ural.

Sie werden auf der Jahrestagung all diese Fragen, die Chancen und Risiken der nächsten Jahre ausführlich erörtern.

Ich bin froh, dass diese Diskussion in Berlin stattfindet, denn nicht allein die geogra-phische Nähe zu den Staaten Ost- und Mitteleuropas macht Berlin zu einem geeig-neten Ort für einen Diskurs.

Berlin ist so etwas wie ein Seismograf für die Stimmungen in den Staaten östlich der Oder. Es ist eine Stadt, die zweifellos über eine große Kompetenz in Sachen Mittel- und Osteuropa verfügt, die sich nicht zu Unrecht als Tor zum Osten versteht und die in den letzen Jahren Erfahrungen mit der Transformation gesammelt hat.

Ich darf Sie noch einmal sehr herzlich in Berlin willkommen heißen und wünsche der Tagung einen anregenden Verlauf.“

Bei Rückfragen: Pressesprecherin Andrea Boehnke, Telefon: 9013-3633
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Rückfragen:
Andrea Boehnke
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