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SONDERPROGRAMM DES SENATS FÜR 3.000 ZUSÄTZLICHE AUSBILDUNGSPLÄTZE IM HERBST 2003 - WIRTSCHAFT MUSS EIGENE AUSBILDUNGSLEISTUNGEN VERSTÄRKEN

Pressemitteilung vom 07.04.2003

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Unter der Leitung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit zog die Sonderkommission „Ausbildungsplatzsituation“ heute eine Bilanz über das Ausbildungsjahr 2002 und beriet Maßnahmen zur Bewältigung der weiterhin äußerst schwierigen Ausbildungsplatzsituation. An der Beratung waren u. a. die Senatoren für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, für Bildung, Jugend und Sport, Klaus Böger sowie die Spitzenvertreter des Landesarbeitsamts, der Verbände, der Kammern und der Gewerkschaften beteiligt.

Senator Wolf berichtete über die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt:
Zum Jahresende 2002 gab es in Berlin 59.183 Auszubildende, darunter 21.230 mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Damit verzeichnet Berlin – genauso wie der Bundesdurchschnitt – das dritte Jahr hintereinander rückläufige Ausbildungszahlen.

Die Ausbildungsplatzsituation ist gekennzeichnet von hohen Schulabgängerzahlen, die erst in der Mitte des Jahrzehnts merklich absinken werden, wenn im Ostteil Berlins geburtenschwache Jahrgänge die Schulzeit beenden, und von sinkenden Ausbildungsleistungen der Wirtschaft, die sich in einer konjunkturellen Talsohle befindet.

Die dadurch entstandene Ausbildungsplatzlücke konnte nur durch massive öffentliche Förderung von Ausbildungsplätzen geschlossen werden, insbesondere durch das vom Land Berlin zweimal aufgestockte Bund-Länder-Sonderprogramm, durch die Benachteiligtenförderung der Arbeitsämter und durch das Jugendsofortprogramm der Bundesregierung. Mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler lernen in der vollzeitschulischen berufsqualifizierenden Ausbildung der Berufsfachschulen. Der Anteil der mit öffentlichen Mitteln finanzierten Ausbildungsplätze ist zu hoch. Bei der Industrie- und Handelskammer ist es jeder fünfte und im Handwerk sogar jeder dritte Ausbildungsplatz. Nur dadurch ist es aber gelungen, auch 2002 einen annähernden rechnerischen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu erreichen.

Die Sonderkommission rechnet für 2003 mit einem Bedarf von ca. 21.300 neu zu begründenden Ausbildungsverhältnissen. Daraus ergibt sich für die Wirtschaft die dringende Aufgabe, die Ausbildungsleistungen wesentlich zu steigern. Senator Wolf erklärte: „Berufsausbildung ist eine selbst übernommene Verpflichtung der Wirtschaft, die auch in wirtschaftlich schwieriger Situation erfüllt werden muss. Was wir in Berlin benötigen, ist ein Anstieg der Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze und kein Rückgang.“ Er appellierte an die Eigeninteressen der Berliner Unternehmen, denn mittelfristig wird es für die Betriebe schwieriger werden, qualifizierten Nachwuchs zu finden.

Das Ziel des Senats besteht darin, auch 2003 ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen zu sichern. Trotz der angespannten Haushaltslage wird der Senat von Berlin das Bund-Länder-Sonderprogramm zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze für unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber auf 3.000 Plätze aufstocken.

Es wird weiterhin angestrebt, für Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss und mit nur einfachem Hauptschulabschluss wieder ausreichend Plätze in Modular-Dualen Qualifizierungsmaßnahmen bereitzustellen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit betonte: “Alle Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz wünschen und die für eine Ausbildung auch befähigt sind, sollen einen Ausbildungsplatz erhalten. Ich appelliere an die Berliner Unternehmen, ihre Ausbildungsleistungen ungeschmälert aufrechtzuerhalten und zu steigern. Die Jugendlichen, die im Herbst 2003 mit der Ausbildung beginnen, werden als ausgebildete Fachkräfte Ende 2006 dringend benötigt.”
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