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MOSKAU-TAGE: WOWEREIT ZUR AUSSTELLUNGS-ERÖFFNUNG IM RATHAUS

Pressemitteilung vom 02.07.2003

Sperrfrist: 14.30 Uhr
Es gilt das gesprochen Wort!

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hält aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung ”Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft Moskaus”, die im Zuge der Moskauer Tage heute um 14.30 Uhr im Wappensaal des Berliner Rathauses eröffnet wird (Fototermin), laut Manuskript die folgende Rede.

Der Regierende Bürgermeister: „Wir befinden uns hier im Herzen der deutschen Hauptstadt, am Sitz der Landesregierung Berlins und eröffnen eine Ausstellung über die Leistungskraft der Moskauer Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft. Schon allein diese Umstände zeigen, wie groß die Verbundenheit zwischen den Partnerstädten Berlin und Moskau ist. Es ist eine Verbundenheit, die sich auf zahlreiche Bereiche erstreckt: Kultur, Forschung, Gesellschaft, Jugendaustausch und Verwaltungszusammenarbeit – die Moskauer Tage in Berlin werden davon ein lebhaftes Zeugnis geben. Und es ist eine Verbundenheit, die auch in engen Wirtschaftskontakten ihren Ausdruck findet.

Zu Beginn des Transformationsprozesses in Russland blickte man von Moskau aus viel in Richtung Westen, um von den dortigen Erfahrungen mit der Marktwirtschaft zu lernen. Diese Ausstellung zeigt uns heute aber augenscheinlich, dass auch Berliner Unternehmen von der Leistungskraft der Moskauer Wirtschaft profitieren können. Vielen hauptstädtischen Unternehmen ist das längst bewusst. Sie stehen in engen Handelsbeziehungen mit Moskau, kooperieren mit dortigen Unternehmen, pflegen einen Kompetenz- und Wissensaustausch.

Ein Beleg dafür sind die Außenhandelszahlen. So sind die Exporte Berlins nach Russland in den vergangenen zehn Jahren jährlich zweistellig gestiegen – von 1999 bis 2002 haben sie sich mehr als verdoppelt! Eine Erfolgsgeschichte, die Berlins Ost-West-Kompetenz jedenfalls für Russland unterstreicht. Ich möchte Ihnen statt weiterer Zahlen ein handfestes Beispiel nennen: die Berlin Chemie AG – eines von mehr als 100 Berliner Unternehmen, das in Moskau mit einer eigenen Niederlassung vertreten ist. Schon für das DDR-Unternehmen war Russland einer der Hauptabsatzmärkte. Aus diesem Grunde hatte der italienische Menarini-Konzern Berlin Chemie von der Treuhand erworben und für seine Expansion nach Mittel- und Osteuropa strategisch eingesetzt. Heute beschäftigt Berlin Chemie wieder weit mehr als 2.000 Mitarbeiter. Es gehört zum Schlüssel des Erfolgs dieses Pharma-Unternehmens, dass es auch in den schwierigen Zeiten der Wirtschaftskrise auf den russischen Markt vertraut und sich nicht von ihm zurückgezogen hat. Heute schreibt dieses Unternehmen eine Erfolgsgeschichte – und das auch dank seines expandierenden Russlandgeschäfts.

Andere Beispiele sind die Schering AG, Berlinwasser International, Knorr-Bremse Berlin oder Bombardier – sie alle engagieren sich mit großem Erfolg in Moskau. Moskauer Unternehmen mit einer Berliner Dependance gibt es demgegenüber noch nicht ganz so viele – aber ich bin mir sicher, dass sich das in Zukunft noch weiter entwickeln wird.

Gasprom, das größte Unternehmen Russlands, hat mit einem Firmensitz in Berlin-Mitte bereits eine solche Expansion vollzogen. Und auch andere Moskauer Firmen beweisen, dass die wirtschaftlichen Interessen auf Gegenseitigkeit beruhen.

Das Interesse an Berlin begründet sich gewiss auch damit, dass Berlin eine Stadt mit hoher Ost-West-Kompetenz ist. Nicht allein durch unsere Lage, sondern auch durch unsere Geschichte fühlen sich viele Berlinerinnen und Berliner dem östlichen und dem westlichen Europa gleichermaßen verbunden.

Wirtschaftskontakte lassen sich schon deshalb leicht pflegen, weil hier sehr viele die russische Sprache sprechen. Nicht nur war die russische Sprache in den Schulen der DDR Pflichtfach. Auch zum Studium und im Handel führten viele Wege nach Moskau und Leningrad. Die doppelten Erfahrungen der geteilten Stadt sind deshalb für uns hier häufig von großem Vorteil. Auch die gesellschaftlich sehr aktive russische Gemeinde in Berlin unterstützt die Wirtschaftsbeziehungen mit der Russischen Föderation und Moskau.

Zudem gibt es in Berlin zahlreiche staatliche und private Institutionen, die Kontakte herstellen und für Beratung und Informationen sorgen. So haben hier beispielsweise der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft und das Deutsch-Russische Forum ihren Sitz, die ein umfangreiches Netzwerk zwischen Politik und Wirtschaft in Deutschland und Russland geknüpft haben.

Sie sehen: Die Wirtschaftskooperationen zwischen Berlin und Moskau sind auf einem sehr guten Weg. Wann immer Moskau Rat und Tat von uns beim Aufbau westlicher Wirtschaftsstrukturen braucht – wir sind jederzeit dazu bereit. Und wann immer sich ein Moskauer Unternehmen für eine Expansion nach Berlin interessiert – wir werden es gern unterstützen. Und es freut mich sehr, dass Berliner Unternehmen mit Interesse an Moskau dort eine ebensolche Unterstützung erfahren.

Nun aber wünsche ich uns allen interessante Einblicke und natürlich auch Spaß bei der Ausstellung über die Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft Moskaus.“
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