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ZWEITER BERLINER BEHINDERTENBERICHT VORGELEGT

Pressemitteilung vom 08.07.2003

Aus der Sitzung des Senats am 8. Juli 2003:

Der Senat hat den von der Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Dr. Heidi Knake-Werner, vorgelegten Bericht zur Lage der Behinderten und der Entwicklung der Rehabilitation in Berlin – Behindertenbericht 2002 – beschlossen.

In dem Bericht wird dargestellt, welche Schritte in den vergangenen zwei Jahren in Berlin auf dem Weg zu einer behindertengerechten Stadt gegangen wurden. Berlin ist mit seinem 1999 in Kraft getretenen Landesgleichberechtigungsgesetz, das auch zur regelmäßigen Berichterstattung verpflichtet, auf diesem Feld bundesweit Vorreiter.

In Berlin leben ca. 552.000 behinderte Menschen, davon ca. 390.000 anerkannte schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 bis 100 und weitere ca. 162.000 mit einem Grad der Behinderung von 20 bis 40. Das bedeutet, dass ca. jeder sechste Berliner behindert bzw. schwerbehindert ist.

Der Bericht informiert über den Stand des erreichten Integrationsniveaus der Menschen mit Behinderung und der umfassenden Maßnahmen und Angebote zur Teilhabe und Rehabilitation in den Jahren 2000 bis 2002. In diesem Zeitraum wurde u. a. folgendes erreicht:

 Erweiterung der Netzplanung von Werkstätten für behinderte Menschen (einschließlich integrierten Förderbereichen) um sieben Projekte (vier Projekte fertig gestellt, drei Projekte im Bau),
 Erweiterung der Platzkapazität für psychisch und seelisch erkrankte behinderte Menschen in betreuten Wohnformen um 116 Plätze auf insgesamt 3.190 Plätze und in Tagesstätten um 72 Plätze auf insgesamt 902 Plätze,
 flächendeckender Aufbau von Integrationsfachdiensten im Land Berlin,
 Eröffnung von 16 gemeinsamen Servicestellen gemäß § 22 SGB IX im Land Berlin,
 Weiterentwicklung der Eingliederung behinderter Menschen in Ausbildung, Arbeit und Beruf.

Die Deutsche Gebärdensprache, die neben der Laut- und Schriftsprache als gleichberechtigte Kommunikationsform der deutschen Sprache anerkannt ist, wird bei der Förderung und schulischen Bildung von behinderten Kindern und erwachsenen behinderten Menschen zukünftig eine größere Bedeutung erlangen. So wird an der Humboldt-Universität zum Wintersemester 2003/04 ein Studium zur Ausbildung von Gebärdensprachdolmetschern und zur Ausbildung von Lehramtskandidaten in der Gebärdensprache angeboten. Bereits zum Wintersemester 2002/03 wird es dort ein Lehrangebot für Gebärdensprachpädagogik als sonderpädagogische Fachrichtung geben.

Die Senatorin: „Unser Ziel ist die soziale Sicherung der Menschen mit Behinderung und der weitere Ausbau Berlins zu einer behindertengerechten Stadt. Wir wollen Menschen mit Behinderung ermöglichen, ihr Leben menschenwürdig und eigenverantwortlich zu gestalten. Die Umsetzung dieser politischen Zielstellung erfordert die Kooperationsbereitschaft und die Verantwortung aller politischen Kräfte und sozialen Träger. Beispielgebend ist hier die enge Zusammenarbeit des Landesbeauftragten für Behinderte mit dem Landesbeirat für Behinderte und den Behindertenbeauftragten der Bezirke. Der Beitritt Berlins zur ‚Erklärung von Barcelona‘ zu Beginn des Jahres war ein erster Beitrag unserer Stadt zum ‚Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003‘. Wir wollen mit all diesen Maßnahmen das Recht der Menschen mit Behinderung auf gleichberechtigte Teilhabe an einem diskriminierungsfreien Leben in der Gemeinschaft weiter verbessern.“ – - -

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz
Telefon: 9026-3200 / 9028-2743
E-Mail: pressestelle @sengsv.verwalt-berlin.de