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INNOVATIONSBERICHT VORGELEGT

Pressemitteilung vom 22.07.2003

Aus der Sitzung des Senats am 22. Juli 2003:

Der Senat hat den vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, und Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Thomas Flierl, vorgelegten Bericht über die Innovations-, Forschungs- und Technologieleistungen des Landes Berlin verabschiedet. Er wird nun dem Abgeordnetenhaus vorgelegt.

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Anteil der Industriebeschäftigten, die an Erforschung und Entwicklung neuer Produkte arbeiten, in Berlin mit 9 % an der Spitze aller Bundesländer und deutlich über dem Bundesdurchschnitt (3,36 %) liegt. Mit 13,1 % aller deutschen Patentanmeldungen aus dem Bereich der Wissenschaft liegt Berlin ebenfalls an der Spitze.

Der Innovationsbericht unterstreicht die Bedeutung Berlins als mittlerweile größtem Wissenschaftsstandort Deutschlands mit vier Universitäten, zwei Universitätskliniken, die demnächst unter einem Dach vereint werden, drei Kunsthochschulen, 10 Fachhochschulen und mehr als 60 außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem September 2001 entstand aus rund 1,1 Milliarden €, die das Land in Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen fließen ließ, eine regionale Nachfrage von 3,5 Milliarden €. Etwa 50.000 Menschen arbeiten mittel- und unmittelbar im Wissenschaftssystem.

Die wichtigsten, stark innovationsorientierten Branchen in Berlin sind

 -Biotechnologie: 160 Unternehmen, 3.000 Beschäftigte, 250 wissenschaftliche Arbeitsgruppen in 25 Forschungseinrichtungen mit 5.000 Beschäftigten,
 Medizintechnik: 300 Unternehmen, 12 außeruniversitäre Forschungsinstitute, zwei medizinische Fakultäten, ca. 4.600 Beschäftigte,
 -Informations- und Kommunikationstechnologien: 10.000 Unternehmen, 115.000 Beschäftigte, 250 Forschungsinstitute, 11 Mrd. € Jahresumsatz,
 -Verkehrstechnik: 400 Unternehmen, 80.000 Beschäftigte, 100 Forschungsinstitute, 2.000 Beschäftigte in Forschungseinrichtungen, 80 Mio. € Drittmittel eingeworben,
 -Optische Technologien: ca. 270 Unternehmen, ca. 7.400 Beschäftigte, 1,8 Mrd. € Jahresumsatz, 37 Forschungseinrichtungen,
 Mikrosystemtechnik: ca. 400 Unternehmen, 24 Forschungsinstitute, ca. 14.000 Beschäftigte.

Zur weiteren Verbesserung des Innovationsgeschehens in Berlin hat der Senat
nächste Aufgaben zur Handlungsorientierung formuliert:

 Das Leitbild “Stadt des Wissens und der Wissensproduktion” muss weiter differenziert , langfristig festgeschrieben und verlässlich abgesichert werden.
 Das Berliner Innovationssystem basiert in hohem Maße auf den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes. Trotz schwieriger Haushaltslage muss die Drittmittelfähigkeit der Forschungseinrichtungen gesichert werden. Hier sind Mechanismen zu finden, die für die Berliner Forschungslandschaft gleiche Chancen im Wettbewerb um Drittmittel sicherstellen.
 Der Anteil innovationsorientierter Unternehmen in Berlin muss steigen. Obwohl das in erster Linie Aufgabe der Unternehmen selbst ist, wird der Senat diese Orientierung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten unterstützen.
 Die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind weiter auszubauen. Der Schwerpunkt liegt in der Ausprägung von Kooperationen in den Kompetenznetzwerken Biotechnologie, Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnologien, Verkehrstechnik und Optische Technologien .
 Die Aus- und Weiterbildung in den Schwerpunkttechnologiefeldern soll forciert werden.
 Übereinstimmung besteht darin, dass im Innovationsprozess die Geistes- und Sozialwissenschaften stärker genutzt werden müssen.
 Der Senat beabsichtigt, eine Innovationskommission einzusetzen, die Vorschläge zur Verbesserung des Innovationsgeschehens in Berlin ausarbeiten soll. – - -

Rückfragen:
Stellv. Sprecher des Senats / Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
Telefon: 9026-2400 / 9013-7418
E-Mail: pressestelle@senwiarbfrau.verwalt-berlin.de