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ZITADELLE SPANDAU KANN WICHTIGER TOURISMUSSTANDORT WERDEN

Pressemitteilung vom 19.08.2003

Aus der Sitzung des Senats am 19. August 2003:

Der Senat hat einen von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder vorgelegten Bericht über Nutzungsmöglichkeiten für die Zitadelle Spandau zur Kenntnis genommen.

Das Land Berlin hat seit 1978 mit kontinuierlichen Sanierungsinvestitionen weite Teile der Zitadelle Spandau in einen gesicherten und wieder nutzbaren Zustand versetzt. Zu jener Zeit war geplant, in den Räumen der Zitadelle dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das mit seinen archäologischen Sammlungen europaweite Bedeutung hat, eine neue Heimstatt zu geben. Da diese bedeutende Sammlung dank der Wiedervereinigung wieder auf die Museumsinsel zurückkehren konnte, galt es, eine neue Konzeption für die Zitadelle zu finden.

Bisher erfolgt die Nutzung der alten Festungsanlage überwiegend durch Kultureinrichtungen des Bezirks Spandau. Dennoch wird das ursprüngliche Ziel, die Zitadelle zu einem Ort mit überregionaler Ausstrahlung zu machen, von Bezirk und Senat weiter verfolgt. Es muss aber konzeptionell und finanziell auf eine neue Basis gestellt werden.
Als Handlungsgrundlage ist ein Ausbau- und Entwicklungskonzept mit touristischer Zielrichtung notwendig. Darin muss insbesondere die zukünftige Trägerkonstruktion geklärt werden, um die konzeptionellen und wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten, die dem Bezirk Spandau heute gegeben sind, erheblich zu erweitern. Ein Erfolg versprechendes Zitadellenmanagement muss unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten touristisch attraktive Angebote in den Mittelpunkt der Aktivitäten stellen und in Strukturen einbinden, die über das Bauwerk selbst hinausweisen.

Schon heute zeichnen sich attraktive Nutzungsmöglichkeiten ab:

 Als besonders gut erhaltene Renaissancefestung italienischer Bauweise eignet sich die Zitadelle aber auch hervorragend zur Präsentation historischer und politischer Themen an einem authentischen Ort. Eine Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum und anderen hochrangigen Einrichtungen ist eingeleitet, um gemeinsame Ausstellungen zu organisieren, so voraussichtlich 2005 zum Thema „Krieg und Frieden“ anlässlich der 60. Wiederkehr des Kriegsendes 1945.

 Die Kasematten der Zitadelle beherbergen jeden Winter eine so große Zahl von Fledermäusen, dass die EU den Standort als so genanntes „Flora Fauna Habitat“ unter europäischen Schutz gestellt hat. Besuchern sollen zukünftig noch intensiver interessante Informationen und Anschauungen zum Artenschutz vermittelt werden. Das europaweit stattfindende „Europäische Fest der Fledermäuse“ wurde mit Unterstützung des Bundesumweltministers in den vergangenen Jahren hier erfolgreich ausgerichtet. In diesem Segment deutet sich größeres Entwicklungspotenzial an.

 Denkmalbezogene Ausbau- und Nutzungspotenziale, von einer Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bis zu Ausstellungen und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Verbänden und Unternehmen, bieten sich ebenfalls an.

Senator Strieder: „Diese Aktivitäten werden zukünftig nicht mehr fast ausschließlich mit öffentlichen Mitteln finanziert werden können. Als ausbaufähige Attraktion wird die Zitadelle in hohem Maß auch private Partner aus der Tourismuswirtschaft benötigen, um zukünftig Investitionen und Programme zu finanzieren. Eine passende Trägerstruktur für die Bewirtschaftung der Zitadelle ist noch aufzubauen. Dann können auch vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit Nachbarregionen in Brandenburg und anderen Regionen genutzt werden, sowohl im Wasser- und Natur- wie im Geschichts- und Kulturtourismus.
Der Bezirk Spandau ist in seiner Zuständigkeit für die Zitadelle aufgefordert, die notwendigen Schritte zur Kooperation mit vielen anderen Akteuren einzuleiten, um die bedeutende Festungsanlage überregional anziehend zu präsentieren.“ – - -

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9026-3200 / 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit@senstadt.verwalt-berlin.de