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6. BERICHT ZUR UMSETZUNG DES LANDESGLEICHSTELLUNGSGESETZES IN DEN EINRICHTUNGEN DER BERLINER LANDESVERWALTUNG

Pressemitteilung vom 02.09.2003

Aus der Sitzung des Senats am 2. September 2003:

Der Senat hat den vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, vorgelegten Sechsten Bericht über die Umsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG) beschlossen.

Der Bericht informiert über Struktur und Entwicklung der Frauenbeschäftigung sowie über die Umsetzung des LGG in den Einrichtungen der Berliner Landesverwaltung im Zeitraum 1. Juli 2000 bis 30. Juni 2002. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Laufbahnen des höheren Dienstes sowie die vergleichbaren Vergütungsgruppen für Angestellte, da Frauen hier in der Regel nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Die Entwicklung des Frauenanteils an den Beschäftigten im Berliner Landesdienst war im Berichtszeitraum durch die Überführung der Krankenhausbetriebe aus den Bezirksverwaltungen in das Unternehmen Städtische Krankenhausbetriebe bestimmt. Dadurch kam es zu einem gravierenden Rückgang der Personalzahlen (rund 30.000). Erstmals verringerte sich auch der Anteil der Frauen an den Beschäftigten insgesamt, und zwar von 56,3 % auf 55 %. Gleichzeitig wurde der seit Anfang der 90er Jahre registrierte Aufwärtstrend des Frauenanteils im höheren Dienst gestoppt, die Quote sank von 39,0 % auf 37,7 %.

Abgesehen von dieser besonderen Entwicklung hat sich der Frauenanteil im höheren Dienst jedoch weiter erhöht. Verbessert hat sich vor allem der Frauenanteil im Eingangsamt des höheren Dienstes bzw. der entsprechenden Vergütungsgruppe für Angestellte. Diese Position ist oft bereits paritätisch mit Männern und Frauen besetzt, zum Beispiel im großen Bereich der Richter/innen und Staatsanwälte/innen (R 1) sowie der Beschäftigten der Oberfinanzdirektion (A 13).

Die schriftlichen Analysen, die im Bericht dokumentiert und ausgewertet werden, zeigen auch diesmal wieder deutlich, dass die Instrumente des seit 1991 geltenden Landesgleichstellungsgesetzes von den Einrichtungen mit Erfolg zur Frauenförderung genutzt wurden und dass dadurch die Repräsentanz von Frauen im Landesdienst weiter verbessert werden konnte. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere die Aufstellung von Frauenförderplänen, die Einrichtung des Amtes der Frauenvertreterin sowie die Regelung, bei gleicher Qualifikation bevorzugt Frauen einzustellen, sofern diese unterrepräsentiert sind.

Zahlreiche Einrichtungen verfügen somit bereits über eine große Zahl hoch qualifizierter Frauen. In den oberen Positionen und insbesondere im Leitungsbereich sind Frauen allerdings nur gering vertreten. Hierzu einige Beispiele: In den obersten Landesbehörden lagen nur zehn Prozent der Abteilungsleitungen in Frauenhand; im Leitungsbereich der Hochschulen waren nur eine Kanzlerin und eine Rektorin vertreten; Intendanten und Dirigenten an den staatlichen Bühnen und Orchestern waren ausschließlich Männer. In den Führungsetagen des Senders Freies Berlin gab es unter 30 Beschäftigten nur zwei Frauen. Erst auf der so genannten zweiten Leitungsebene zeichnet sich allmählich ein kontinuierlicher Anstieg des Frauenanteils ab.

Hier setzten in Berlin verschiedene Förderprogramme ein, wie das Berliner Programm für Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre sowie der Modellversuch „Mit Mentoring in Führung gehen“, der das Ziel hat, den weiblichen Führungsnachwuchs im Berliner Landesdienst zu fördern. Letztere Maßnahme wird von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) sowie dem Berliner Institut für Verwaltungsmanagement durchgeführt und durch den Europäischen Sozialfonds sowie die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen gefördert. – - -

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
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