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FORENSISCH-THERAPEUTISCHE AMBULANZ ZUR SENKUNG DER RÜCKFALLQUOTEN BEI SEXUALDELIKTEN

Pressemitteilung vom 09.09.2003

Aus der Sitzung des Senats am 9. September 2003:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Justiz, Karin Schubert, den mit der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz erarbeiteten Schlussbericht über die Reduzierung von Rückfallquoten bei Sexualdelikten beschlossen.

Der Senat hatte in seiner bisherigen Berichterstattung angekündigt, die Rückfallquoten bei Sexual- und Gewaltstraftätern durch den Einsatz der in den letzten Jahren entwickelten und wissenschaftlich anerkannten neuen Diagnose-, Prognose- und Therapieverfahren zu senken. Darüber hinaus hatte er sich den Vorschlag von Fachleuten zu Eigen gemacht, mit der Einrichtung einer forensisch-therapeutischen Ambulanz das wirksamste Instrument gegen die hohe Rückfallquote (50 %) in den ersten beiden Jahren nach der Entlassung zum Einsatz zu bringen. Der vorliegende Schlussbericht nun befasst sich mit den bis dahin offenen Fragen der Finanzierung, der Behandlungskapazität, der personellen Ausstattung und der Trägerschaft der Ambulanz.

Danach wird eine Ambulanz mit ca. 40 Behandlungsplätzen eingerichtet. Die Gesamtkosten in Höhe von ca. 460.000 € sowie die Behandlungsplätze werden hälftig zwischen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz und der Senatsverwaltung für Justiz aufgeteilt.
In der forensisch-therapeutischen Ambulanz sollen vier ärztliche bzw. psychologische Psychotherapeuten, von denen einer die Leitungsfunktion inne hat, sowie ein Sozialarbeiter und ein Mitarbeiter im Verwaltungsdienst tätig werden.
Es ist beabsichtigt, die Ambulanz an einen freien Träger zu vergeben, der vertraglich verpflichtet wird, den erforderlichen Qualitätsstandard für die verantwortungsvolle Tätigkeit einschließlich der Effektivitätskontrolle sicherzustellen.

Mit der Umsetzung der vorgenannten Vorschläge wird der Senat die Voraussetzungen dafür, die Rückfallquoten bei Sexualdelikten wirksam zu reduzieren, wesentlich verbessern. – - -

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz
Telefon: 9026-3200 / 9013-3633
E-Mail: poststelle@senjust.verwalt-berlin.de