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WEIHNACHTSANSPRACHE DES REGIERENDEN BÜRGERMEISTERS VON BERLIN

Pressemitteilung vom 23.12.2003

Sperrfrist: 24. Dezember, 19.55 Uhr
(frei für Printmedien für Erscheinungs-Tag 24. Dezember)

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin dokumentiert den Wortlaut der Weihnachtsansprache des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit:

„Liebe Berlinerinnen und Berliner, viele von Ihnen werden sich in diesen Tagen über die Adventsbeleuchtung in der Stadt gefreut, den einen oder anderen Weihnachtsmarkt besucht haben und die festliche Stimmung in Berlin genießen.

Weihnachten ist eine Zeit der Besinnung, in der wir Freunde treffen und die Winterabende mit der Familie verbringen. Man kommt zur Ruhe, die Hektik unseres Alltags weicht der angenehmen Ruhe dieser weihnachtlichen Tage. Wir haben Zeit, uns an die zurückliegenden Monate zu erinnern und Kraft zu schöpfen für das neue Jahr.

Gewiss: Das Jahr 2003 war nicht einfach, es war auch ein Jahr der Zumutungen. Wir haben in Berlin eine Reihe von schwierigen Entscheidungen treffen müssen. Sie sollen helfen, die Berliner Finanzen in Ordnung zu bringen. Denn keine Stadt kann dauerhaft über ihre Verhältnisse leben.

Wir haben die Kita-Beiträge neu festgelegt. Das bringt für einige Familie höhere Gebühren.

Wir haben einen Solidarpakt mit den Beschäftigten im öffentlichen Dienst geschlossen. Sie müssen erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen. Aber richtig ist auch: Die Beschäftigten erhalten mehr Freizeit, haben einen sicheren Job bis zum Jahr 2009 und das ist in diesen Zeiten sehr viel Wert.

Sicherlich ist auch die Kürzung bei den Hochschulen nicht populär. Ich habe Verständnis für den Protest der Studentinnen und Studenten. Aber nehmen Sie mir ab: Wir sparen nicht, um andere zu ärgern, sondern um den notwendigen Wandel einzuleiten und Berlin insgesamt nach vorn zu bringen.

Unser Land macht derzeit eine schwierige Phase durch. Wir brauchen grundlegende Reformen. Nur mit mutigen Entscheidungen werden wir in einigen Jahren sagen können, dass sich die erbrachten Opfer gelohnt haben.

Lassen Sie uns in dieser Weihnachtszeit aber auch einen Blick auf andere Regionen dieser Welt werfen. Das Jahr 2003 war leider kein sehr friedliches Jahr.

Es gab den Krieg im Irak und noch längst ist dort kein Frieden eingekehrt.

Die Terroranschläge von Istanbul können uns nicht gleichgültig lassen. Sie waren ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben in einer internationalen Stadt, auf unsere Partnerstadt, mit der wir eine enge Freundschaft pflegen.

Es gab die SARS-Epidemie, die rund um den Globus Angst und Schrecken verbreitet hat. Und täglich sterben weltweit Menschen an Hunger und an Seuchen, weil ihnen das Nötigste zum Leben oder Medikamente fehlen.

Ich glaube, es ist gut, sich dies gerade in der Weihnachtszeit vor Augen zu führen. Zeigt doch der Blick in andere Regionen, dass unsere Probleme vielleicht doch nicht so groß sind, wie wir manchmal denken.

Auch in diesem Jahr haben wieder viele Menschen anderen geholfen und sich für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt eingesetzt.

Ich denke an die Frauen und Männer, die sich das ganze Jahr über sozial engagieren. Sie helfen, wo andere Menschen Hilfe brauchen.

Ich denke zum Beispiel an die Berlinerinnen und Berliner, die Aidskranken zur Seite stehen und ihnen helfen, mit ihrem schweren Schicksal zurechtzukommen und trotz allem ein Leben in Würde zu führen.

Und ich denke an einige türkische und deutsche Unternehmer, die zusammen mit christlichen und muslimischen Gemeinden in Neukölln gemeinsame Feiern zum Zuckerfest und zum Nikolaus organisiert haben. Das ist ein gutes Beispiel, wie wir das friedliche Zusammenleben in Berlin befördern können.

Ich danke all jenen, die sich im zu Ende gehenden Jahr für andere Menschen eingesetzt haben und dieser Stadt ein soziales Gesicht gegeben haben.

Ich danke den Stiftern und Mäzenen, die dazu beitragen, dass Wichtiges in Berlin getan werden kann. Dazu gehören viele soziale Aufgaben und Bildungsangebote. Dazu zählen aber auch die vielen kulturellen Angebote, die Berlin zu einer spannenden, anregenden Metropole machen, in die Menschen aus aller Welt gerne kommen.

Liebe Berlinerinnen und Berliner, wir werden von vielen um unsere Stadt beneidet. Und auch wenn jeden von uns manche Alltagssorge plagt, sollten wir dankbar sein, dass wir in unserer Stadt im Frieden leben können, und alles tun, damit das auch in Zukunft so bleibt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden besinnliche und friedvolle Weihnachtstage.“

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