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EXPERTINNEN- UND EXPERTENGESPRÄCH IN DER CHARITÉ: BESSERE VERSORGUNG FÜR TRAUMATISIERTE FRAUEN

Pressemitteilung vom 02.07.2003

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Am 1. Juli 2003 fand in der Klinik für Psychiatrie der Charité Berlin ein Experten- und Expertinnengespräch zum Thema: „Gesundheitliche Versorgung traumatisierter Frauen mit Gewalterfahrungen“ statt. Eingeladen hatten der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, und die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Dr. Heidi Knake-Werner, der Direktor der Klinik für Psychiatrie der Charité Prof. Dr. Andreas Heinz und das Netzwerk Frauengesundheit Berlin. Teilgenommen haben ca. 80 Expertinnen und Experten des Berliner Gesundheitswesens, der Anti-Gewalt-Frauenprojekte und der Politik, unter ihnen die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der FUB Frau Prof. Heuser, der Direktor der Klinik für Psychiatrie des Königin Elisabeth Herzberge Krankenhauses, Herr Prof. Diefenbacher und Frau Dr. Hauth, Chefärztin des Sankt Joseph Krankenhauses Weißensee.

Anlass des Gesprächs war die Erkenntnis, dass Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt wurden, oft dadurch traumatisiert sind und schwere gesundheitliche Langzeitschäden, vor allem psychische Erkrankungen, davontragen. Dazu zählen typischerweise Depressionen, Schlafstörungen, Verlust des Selbstwertgefühls, Störung der Sexualität, Suchtverhalten, Angst- und Panikattacken, und Selbstmordversuche.

Ein Teil der erkrankten Frauen braucht professionelle Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Ärzte und Ärztinnen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegepersonal müssen die Ursachen dieser Erkrankungen erkennen und eine geschlechtsspezifische frauengerechte Behandlung anbieten können. Bisher steht die Debatte über geeignete Angebote in Deutschland noch am Anfang. Die USA sind hier schon weiter.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesprächsrunde waren sich einig, dass Berlin eine Vorreiterrolle bei der gesundheitlichen Versorgung von Gewalt betroffener psychisch kranker Frauen übernehmen will. Vorstellbar, so die Diskussion bei der Veranstaltung, sind zum Beispiel spezialisierte Traumabereiche in psychiatrischen Einrichtungen, Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen in einer akuten Krise und Gesprächsangebote in Tageskliniken. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen werden eine Arbeitsgruppe einrichten, die konkrete Konzepte erarbeiten und deren Verwirklichung steuern soll.

Rückfragen:
Christoph Lang
Telefon: 90 13 – 74 18
E-Mail: pressestelle@senwiarbfrau.verwalt-berlin.de