KARIN SCHUBERT WÜRDIGT DIE JÜDISCHE PAZIFISTIN ALICE HERZ

Pressemitteilung vom 24.01.2003

Platz 18 in Mahlsdorf (Marzahn-Hellersdorf) heißt jetzt Alice-Herz-Platz

Das Büro der Bürgermeisterin von Berlin teilt mit:

Ab morgen heißt der Platz 18 in Mahlsdorf Alice-Herz-Platz und erinnert damit an das beeindruckende Lebenswerk der Jüdin Alice Herz, die zeitweise in Berlin Mahlsdorf lebte. Bürgermeisterin Karin Schubert würdigt mit Vertretern der jüdischen Gemeinde zu Berlin und Vertretern des Abgeordnetenhauses von Berlin in einer feierlichen Stunde am
27. Januar um 10.00 Uhr das Lebenswerk von Alice Herz.

Bürgermeisterin Karin Schubert:
„Morgen ist der Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus, an dem sich die Befreiung von Auschwitz jährt. Mir fällt kein besserer Termin ein, um durch eine Umbenennung des Platzes 18 in Alice-Herz-Platz eine Berliner Jüdin zu würdigen, die sich ihr ganzes Leben engagiert für den Frieden eingesetzt hat und die schließlich aus Protest gegen den Vietnam-Krieg im Alter von 82 Jahren freiwillig den öffentlichen Flammentod wählte.
Der lebenslange Einsatz für den Frieden bekommt gerade im Augenblick eine besondere Bedeutung: Auch jetzt engagieren sich wieder Menschen für den Frieden auf Kundgebungen und bei Demonstrationen, weil die Sorge vor einem drohenden Krieg die Bürger auf der ganzen Welt bewegt. Sie setzen damit auch ein Zeichen, dass Krieg immer die schlechteste aller Lösungen darstellt.
Mit ihrem Opfer hat Alice Herz ein Zeichen setzen wollen. Ihr Name ist vor allem wegen ihres Lebens für den Frieden unvergessen, nicht nur hier in Mahrzahn, sondern auch in Hiroshima, wo ihr ein Denkmal gewidmet ist. Wir wollen ihr ein ehrendes Andenken in Berlin bewahren“, so Karin Schubert.

Alice Herz lebte mit ihrer Familie zwischen 1920 und 1933 in der Akazienallee in Berlin-Mahlsdorf. Nach schweren Schicksalsschlägen (Tod des Ehemannes, Vaters, Sohnes und Bruders) verlässt sie 1933 Deutschland und gelangt über Tschechien, die Schweiz, Frankreich und Kuba in die USA, wo sie in Detroit eine neue Existenz aufbaute. Sie blieb dort der internationalen Frauenliga und verschiedenen Friedensorganisationen verbunden, bis sie schließlich am 16. März 1965 den öffentlichen Flammentod wählte.

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