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Bericht zur Kriminalität in Berlin 2002 von Innensenator Dr. Körting vorgelegt

Pressemitteilung vom 10.03.2003

Innensenator Dr. Ehrhart Körting hat heute den Bericht des Polizeipräsidenten über die Kriminalität in Berlin für 2002 vorgelegt.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2002 ist gekennzeichnet durch

Zunahme der erfassten Straftaten um 2,1 % Erhöhung der Aufklärungsquote auf 51,0 % Leichter Anstieg der Kriminalität Jugendlicher um 1,0 % (hingegen Rückgang der Kinderdelinquenz um 9,7%) Zunahme im Bereich der Jugendgruppengewalt (insbesondere im Bereich der Raubtaten um 10,4%) Abnahme der Wohnungseinbrüche um 19,0 % Rückgang der Politisch motivierten Kriminalität insgesamt Zunahme der politisch rechts motivierten Straftaten Abnahme bei den politisch links motivierten Taten und denen der politisch motivierten Ausländerkriminalität Zunahme bei Mord um 29 Fälle, allerdings bedingt durch die Abwicklung von Fällen aus dem Jahr 2001 Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2002 weist ein Straftatenaufkommen von 584.020 und damit eine Zunahme um 11.748 Delikte (2,1 %) aus. Dabei ist bereits im ersten Halbjahr ein Anstieg aller von der Berliner Polizei erfassten Delikte um 1,5 % festgestellt worden.

Mit 297.963 aufgeklärten Straftaten ist die Gesamt-Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr erneut um 1,3 %-Punkte auf 51,0 % angestiegen. Damit hat sie den höchsten Wert seit 34 Jahren erreicht.

Im Jahr 2002 sind 164.709 Tatverdächtige ermittelt worden. Das sind 1.601 Tatverdächtige mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Anzahl der weiblichen Tatverdächtigen um 0,5 – Punkte auf 25,2 leicht angestiegen.

Es wurden 47.909 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt, 1,0% weniger als 2001, der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist somit auf 29,1% gesunken.

Die Kriminalität Jugendlicher ist um 1,0% auf 17.187 tatverdächtige Jugendliche angestiegen.

Die einzelnen Deliktsbereiche haben sich wie im Vorjahr sehr unterschiedlich entwickelt: Die Raubtaten in der Öffentlichkeit sowie Handtaschenraub sind um 11,1 % bzw. 45,7% angestiegen.

Die Jugendgruppengewalt befindet sich auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau. Die Raubtaten nahmen hier um 10,4% zu, die Zahl der verwendeten Stichwaffen um 75,7% und die Zahl der verwendeten Schusswaffen um 9,9%. Eine steigende Brutalisierung in diesem Deliktfeld scheint offensichtlich zu sein.

28,1% der Tatverdächtigen besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Außerdem wiesen 34,9% der festgestellten deutschen Tatverdächtigen eine nichtdeutsche Herkunft auf. Addiert man die Nichtdeutschen und die Personen nichtdeutscher Herkunft, ergibt sich ein Anteil von 43,9 % an den ermittelten Straftätern der Jugendgruppengewalt.

Im Bereich des Deliktes Straßenraub war die häufigste Beute das Handy.
Innensenator Dr. Körting:

„Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Polizei für die geleistete Arbeit, die dazu geführt hat, dass wir mit 51 % die höchste Aufklärungsquote seit 34 Jahren zu verzeichnen haben. Erfreulich ist u.a., dass die Anzahl der festgestellten tatverdächtigen Kinder auch in diesem Jahr zurückgegangen ist, um 9,7 %. Auch im Bereich der Wohnungseinbrüche ist ein Rückgang zu verzeichnen. Bei 7.787 erfassten Fällen bedeutet dies einen Rückgang um 19 % gegenüber dem Jahr 2001. Dies ist der niedrigste Stand der letzten 10 Jahre.

Ungeachtet dessen ist jede Straftat eine zu viel. Besonders ernst zu nehmen ist die Zunahme der Kriminalität u.a. im Bereich der Jugendgruppengewalt und der politisch rechts motivierten Straftaten. Die Polizei wird ihre Rolle als Strafverfolgungsbehörde in diesen wichtigen Bereichen auch künftig mit Nachdruck wahrnehmen. Aber auch die Prävention von Gewalt Jugendlicher bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Polizei stets nur das letzte Glied in der Handlungskette sein kann.“

Bericht “Kriminalität in Berlin 2002”
(als pdf-Datei)

Rückfragen:
Dr. Peter Fleischmann
Telefon: 9027 2730
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