Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

KNAKE-WERNER: NACHHALTIG IST NUR DIE HÖHERE BELASTUNG DER KRANKEN

Pressemitteilung vom 21.07.2003

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Zum Kompromiss für die anstehende Gesundheitsreform erklärt die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Dr. Heidi Knake-Werner:

„Angekündigt war eine nachhaltige Reform des deutschen Gesundheitssystems. Herausgekommen ist eine nachhaltig höhere Belastung der Kranken und geblieben sind die Strukturprobleme, die seit Jahren eine Krankenversorgung in guter Qualität und Effizienz behindern.

Seit Jahren ist bekannt, dass die starre Aufteilung des Gesundheitssystems in eine ambulante und eine stationäre Versorgung, das Nebeneinander von nicht zusammen passenden Finanzierungssystemen in den verschiedenen Versorgungsbereichen, eine unzureichende Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten, eine mangelhafte Einbeziehung der Patienten in ihre Behandlung und andere Strukturprobleme negative Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem haben: Die Versicherten zahlen zu viel und erhalten dafür zu wenig.

Statt diese altbekannten Probleme zu lösen, haben sich die Verhandlungspartner von Regierung und Opposition im wesentlichen darauf beschränkt, den durchschnittlichen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung abzusenken. Sie haben die Finanzierungslasten vor allem auf die Kranken, aber auch auf die gesunden Versicherten verlagert. Diese Absenkung wird in absehbarer Zeit wieder aufgebraucht sein, da auf strukturelle Reformen weitgehend verzichtet wurde. Nur solche Strukturänderungen hätten die Dynamik der Ausgabensteigerung nachhaltig abschwächen können.

Für die Beitragssatzsenkung kommen die Versicherten auf, indem sie Zahnersatz und Krankengeld künftig allein versichern. Die erzielten Kostensenkungen gehen in erster Linie zu Lasten der Kranken, die Zuzahlungen für Medikamente und Eintrittsgelder beim Arzt sowie die Kosten für rezeptfreie Arzneien zu tragen haben. Der Spar-Beitrag von Pharmaindustrie, Ärzten und Apothekern nimmt sich dagegen lächerlich gering aus.

Die jetzt verabredete Reform ist ein weiterer und schwerwiegender Schritt zur Aushöhlung der paritätischen Finanzierung und zur Schwächung des Solidarprinzips in der Gesetzlichen Krankenversicherung.”

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 9028-2743
E-Mail: roswitha.steinbrenner@sengsv.verwalt-berlin.de