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QUALITÄT IN DER GRUNDSCHULE WIRD GESTÄRKT: BERLINE ENTWICKELT GEMEINSAM MIT DREI ANDEREN BUNDESLÄNDERN RAHMEN-/LEHRPLÄNE FÜR DIE GRUNDSCHULE

Pressemitteilung vom 10.12.2003

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurden über die Grenzen von Bundesländern hinweg Rahmen-Lehrpläne mit den entsprechenden Standards gemeinsam entwickelt. Die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern formulieren damit einheitliche Bildungsanforderungen an die Grundschule und wollen die Bildungsqualität dieser Schulform sichern.

Berlins Bildungssenator Klaus Böger:

„Die neuen Pläne sind ein bedeutender Schritt zur Stärkung der Grundschulen.

Wir nehmen damit auch die berechtigte Kritik auf, dass in den Bundesländern mehr als 2.000 Lehrpläne existieren, die das Umziehen von Land zu Land erschweren und die Gefahr der Ungleichheit bei der Bildungsteilhabe fördern.“

Neu ist das gemeinsame pädagogische Rahmenkonzept für alle Fächer und eine höhere Verbindlichkeit und Vergleichbarkeit. Neben dem Erwerb von fachlichem Grundwissen wird ein starkes Augenmerk auf den Erwerb von Lernstrategien und Fähigkeiten im sozialen Umgang gelegt. Unterricht in der Grundschule soll allen Schülerinnen und Schülern den Erwerb von Sach- und Methodenkompetenz, sozialer und personaler Kompetenz ermöglichen.

Mit Hilfe von Standards wird ausgewiesen, welches Wissen und welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Grundschulzeit erworben haben sollen. Die Grundschule ist verpflichtet, Kinder so zu fördern, dass sie die in den Standards beschriebenen Kompetenzen entwickeln können. Damit gehen die Verfasser der Pläne über die Beschlüsse der Kultusminister-Konferenz hinaus, die Bildungsstandards in der Grundschule bisher nur für die Fächer Mathematik und Deutsch formuliert.

Um gleiche Bildungschancen und die Anschlussfähigkeit an das Lernen in weiterführenden Schulen zu sichern, werden Differenzierung und Individualisierung stärker berücksichtigt. Dabei geht es um die Förderung aller Kinder, sowohl um Schülerinnen und Schüler mit Begabungen oder sozialen Benachteiligungen als auch um die Berücksichtigung der unterschiedlichen Ansprüche von Jungen und Mädchen. Verbindliche Inhalte sind für 60% der verfügbaren Unterrichtszeit ausgewiesen. So wurden Frei-räume für das Festigen oder das Aufnehmen regionaler, aktueller bzw. die Schülerinnen und Schüler besonders interessierender Themen geschaffen.

Die Entwürfe der länderübergreifenden curricularen Vorgaben für die Grundschule wurden in paritätisch besetzen Arbeitsgruppen unter Federführung des Landesinstituts für Schule und Medien Brandenburg entwickelt und stehen ab sofort zur Diskussion im Internet, in Berlin unter: www.lisum.de

Mit der Veröffentlichung im Internet soll eine intensive Auseinandersetzung mit den Entwürfen und konstruktive Rückmeldungen bis zum 30. Januar 2004 eingeleitet werden.

Im Februar 2004 werden die Entwürfe dann durch die länderübergreifenden Arbeitsgruppen am LISUM in Brandenburg überarbeitet.

Die Pläne sollen rechtzeitig vor Beginn des Schuljahres 2004/2005 allen Lehrkräften vorliegen.

Rückfragen:
Rita Hermanns
Telefon: 9026-5843
E-Mail: Rita.Hermanns@senbjs.verwalt-berlin.de