Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER FAMILIEN IN BERLIN

Pressemitteilung vom 23.04.2002

Aus der Sitzung des Senats am 23. April 2002:

Der Senat hat auf Vorlage von Bildungssenator Klaus Böger einen Familienbericht beschlossen, der auf einen Auftrag des Abgeordnetenhauses aus der vergangenen Legislaturperiode zurückgeht. Themenschwerpunkt ist die wirtschaftliche Lage der Familien in Berlin.

Die Familie – lange Zeit als „Selbstläufer“ betrachtet – ist erfreulicherweise in der Öffentlichkeit und bei allen politischen Parteien zu einem zentralen Thema geworden. Dass die Geburtenrate in Deutschland zu den niedrigsten in Europa gehört, hat offensichtlich nicht allein mit den finanziellen Aufwendungen für die Förderung der Familien zu tun. Wissenschaftliche Berechnungen besagen, dass die durchschnittlichen Leistungen für Versorgung und Betreuung eines Kindes im Verlaufe von 18 Lebensjahren ca. 157.000 €, d. h. 735 € pro Monat, betragen. Davon werden jedoch 33 % als Nettoförderung von der Öffentlichkeit getragen. Der durch eigenes Steueraufkommen der Eltern finanzierte Anteil ist also bereits herausgerechnet. Eltern wollen aber heute nicht mehr vor die Alternative gestellt werden, ob sie Kinder haben wollen oder ein Partner über Jahre auf eigene Berufstätigkeit verzichten muss. Sie entscheiden sich dann sehr oft – ungeachtet der Höhe staatlicher Förderung – gegen Kinder.

„Familienpolitik kann heute nur dann erfolgreich sein“, erklärte Senator Böger, „wenn die jungen Familien Beruf und Kinder miteinander vereinbaren können – gleichzeitig und nicht nacheinander. Arbeitgeber und Staat müssen Rahmenbedingungen schaffen, die dies für Mütter und Väter ermöglichen. Die Instrumente dafür sind bekannt. Hier seien nur flexible Arbeitszeitregelungen und Betreuungsangebote auch vor und nach dem Kindergartenalter erwähnt. Der Senat wird seine Anstrengungen zum Ausbau der Kleinkindbetreuung, der verlässlichen Halbtagsschule und von Ganztagsschulen fortsetzen.“

Der Familienbericht zeigt, dass familienfreundliche Rahmenbedingungen nicht nur Sache familienpolitischer Fachleute sein dürfen. Deshalb nehmen die Ausführungen zur Lage der Wirtschaftskonjunktur und zum Arbeitsmarkt ebenso wie die Programme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Verbesserung der Berufschancen von Frauen im Bericht einen breiten Raum ein. Denn hier liegen die entscheidenden Voraussetzungen für eine familienfreundliche Politik. „Gelungene Arbeitsmarktpolitik ist immer die beste Familienpolitik, und der Senat wird gemeinsam mit der Bundesregierung hier seine ganze Kraft investieren“, schloss Senator Böger seine Ausführungen.
Der Familienbericht enthält – neben Daten, Fakten und familienpolitischen Stellungnahmen des Senats – Beiträge renommierter Wissenschaftler zu Brennpunkten der Thematik, um die familienpolitische Diskussion durch unabhängige Standpunkte zusätzlich anzuregen:

 „Wandel familialer Lebensformen – ökonomische und bildungspolitische Konsequenzen“ (Prof. Bertram),
 „Armut von Familien“ (Prof. von Balluseck),
 „Situation ausländischer Familien“ (Prof. Münchmeier).

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Telefon: 9026-3200 / 9026-5846