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SONDERKOMMISSION AUSBILDUNGSPLATZSITUATION: KEINE ENTWARNUNG AM LEHRSTELLENMARKT – AUSBILDUNGSLEISTUNG MUSS VERSTÄRKT WERDEN

Pressemitteilung vom 29.04.2002

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Unter der Leitung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, zog die Sonderkommission „Ausbildungsplatzsituation“ heute eine Bilanz des Ausbildungsjahres 2001 und beriet Maßnahmen zur Bewältigung der weiterhin äußerst schwierigen Ausbildungsplatzsituation im Jahr 2002. An der Beratung waren die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen mit Senator Dr. Gregor Gysi an der Spitze sowie die Senatsverwaltungen für Bildung, Jugend und Sport und für Inneres sowie die Spitzenvertreter der Verbände der Wirtschaft, der Kammern und der Gewerkschaften beteiligt.

Senator Dr. Gregor Gysi berichtete über die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt:

Zum Jahresende 2001 gab es in Berlin 61.942 Auszubildende, etwas weniger als im Vorjahr. Weiterhin gab es 22.808 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ebenfalls etwas weniger als im Vorjahr. Die Ausbildungsplatzsituation wird wesentlich geprägt durch hohe Schulabgängerzahlen, die erst in der Mitte des Jahrzehnts merklich absinken werden, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge im Ostteil Berlins die Schulzeit beenden, und durch sinkende Ausbildungsleistungen der Wirtschaft, die sich immer noch in der Phase strukturellen Wandels und darüber hinaus in einer konjunkturellen Talsohle befindet.

Die dadurch entstandene Ausbildungsplatzlücke konnte nur durch massive staatlich Intervention geschlossen werden, insbesondere durch das vom Land Berlin noch aufgestockte Bund-Länder-Sonderprogramm, durch die Benachteiligtenförderung der Arbeitsämter und durch das Jugendsofortprogramm der Bundesregierung geschlossen. Dadurch ist es gelungen, einen rechnerischen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu erreichen.

Der Anteil der öffentlich subventionierten Ausbildungsplätze ist angestiegen. Bei der Industrie- und Handelskammer ist es jeder 4. und bei der Handwerkskammer sogar jeder 3. Ausbildungsplatz.

In berufsvorbereitenden Maßnahmen befinden sich über 10.000 Jugendliche, von denen sich viele in diesem Jahr als zusätzliche Altbewerber aus vorangegangenen Schulentlassjahren um einen Ausbildungsplatz bewerben.

Senator Gysi sagte: “Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung. Die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist weiterhin dramatisch.“

Aus der Modellrechnung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen ergibt sich, dass für 2002 mit einem Bedarf von ca. 23.000 neu abzuschließenden Ausbildungsverträgen zu rechnen ist. Daraus ergibt sich die dringende Aufgabe der Wirtschaft, die Ausbildungsleistungen wesentlich zu steigern. Gysi erklärte: „Berufsausbildung ist eine selbst übernommene Verpflichtung der Wirtschaft, die auch in wirtschaftlich schwieriger Situation erfüllt werden muss. Was wir in Berlin benötigen, ist ein Anstieg der Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätzen und kein Rückgang.“ Er appellierte an die Unternehmen, ihre Ausbildungsanstrengungen zu steigern, auch im ureigensten Interesse, denn mittelfristig wird es für die Betriebe schwieriger werden, qualifizierten Nachwuchs zu finden.

Das Ziel des Senats besteht darin, auch 2002 ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen zu sichern. Deshalb werden die öffentlich geförderten Sonderprogramme weitergeführt, auch bei einem stark beanspruchten Landeshaushalt. Aus dem Bund-Länder-Sonderprogramm wird Berlin ein Kontingent von 1.800 Plätze erhalten, das aus Landesmitteln vorerst auf 2.350 Plätze aufgestockt wird.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte: “ Alle Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz wünschen und die für eine Ausbildung auch befähigt sind, sollen auch einen Ausbildungsplatz erhalten. Dafür strengen sich alle an. Dazu gehört aber auch, dass man sich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz bemüht.“

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