Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

MARMORDENKMÄLER DER GENERÄLE DER BEFREIUNGSKRIEGE KEHREN UNTER DIE LINDEN ZURÜCK

Pressemitteilung vom 02.07.2002

Aus der Sitzung des Senats am 2. Juli 2002:

Der Senat hat den gemeinsam vom Senator für Stadtentwicklung, Peter Strieder, und vom Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Thomas Flierl, vorgelegten Bericht über die Aufstellung der Standbilder der Generäle der Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft beschlossen.

Nachdem die Bauarbeiten zur umfassenden Sanierung des zwischen dem Opernhaus und dem Prinzessinnenpalais liegenden Prinzessinnengarten abgeschlossen sind, werden nun zu den hier schon aufgestellten bronzenen Standbildern von Gneisenau, Blücher und Yorck auch die beiden von Christian Daniel Rauch geschaffenen marmornen Standbilder der Generäle Scharnhorst und Bülow hinzugefügt.

Damit werden die berühmten Denkmäler in den Bereich ihres ursprünglichen Aufstellungsortes, im „forum fridericianum“, zurückgeführt und in ihrem historischen Kontext der öffentlichen Anschauung und Auseinandersetzung wieder zugänglich gemacht.

Die im Juni 1822 zu beiden Seiten der von Schinkel geschaffenen Neuen Wache aufgestellten Kunstwerke erinnerten an die beiden wohl herausragendsten Generäle der Befreiungskriege. Seit 1990 wurde immer wieder die Wiederaufstellung dieser beiden Denkmäler diskutiert.

Die relativ weit verbreitete Ablehnung der Wiederaufstellung der beiden Standbilder an ihrem ursprünglichen Standort vor der Neuen Wache gründete zum einen in den Diskussionen um die Neubestimmung der Neuen Wache, die in der DDR als Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus diente, zum anderen in der Debatte um die Rolle des wiedervereinigten Deutschlands, dessen Nachbarn zum Teil ein Wiedererstarken militärischer Traditionen in Deutschland befürchteten.

Zeugnisse der Berliner Geschichte sind durch die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und eine ideologisch motivierte Stadtentwicklungspolitik der Nachkriegszeit Seltenheit. Die wenigen verbliebenen Bezüge zu den unterschiedlichen Epochen der Stadt sind daher mit besonderer Sorgfalt aufzudecken und im Stadtraum zugänglich zu machen.

Die Rückführung der Denkmäler der preußischen Generäle in den Bereich ihres ursprünglichen Standortes stellt in diesem Sinne eine geeignete Maßnahme dar, die preußisch-deutsche Geschichte in ihrer Widersprüchlichkeit zu vermitteln.

In diesem Kontext hatte die damalige Bundesregierung mit den Erben von Käthe Kollwitz, deren Plastik „Mutter mit totem Sohn“ in der Neuen Wachen steht, vereinbart, dass die Generalsstandbilder nicht vor der Neue Wache aufgestellt werden dürfen; deshalb wurde der Ort gegenüber der Neuen Wache gewählt.

Der Senat hat beschlossen, sowohl aus kunsthistorischen als auch aus geschichtlichen Gründen die Marmorstandbilder von Scharnhorst und Bülow der Allgemeinheit wieder zugänglich zu machen. Aus diesem Grund werden die Standbilder nun gegenüber der Neuen Wache, am Rand der Grünanlage an der Straße Unter den Linden aufgestellt. – - -

Rückfragen:
Sprecher des Senats / Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung / Sprecher der Senatskulturverwaltung
Telefon: 9026-3200 / 9012-5800 / 90228-203