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WOWEREIT: BERLIN GRATULIERT SEINER HERTHA ZUM 110. GEBURTSTAG

Pressemitteilung vom 25.07.2002

Es gilt das gesprochene Wort!
Sperrfrist: 25. Juli 2002, 14 Uhr

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat dem Berliner Bundesligisten Hertha BSC im Namen aller Berlinerinnen und Berliner zum 110. Geburtstag gratuliert. In seiner Rede sagte Wowereit u.a.:

“Hertha ist älter als Real Madrid oder Bayern München. Wir alle wissen, Alter ist kein Wert an sich, aber es ehrt die Stadt ungemein, einen solchen Traditionsverein wie Hertha BSC in ihrer Mitte zu wissen.

Ich will nur ganz kurze Anmerkungen zur Geschichte machen. Bernd Schiphorst hat die Höhen und Tiefen des Vereins gerade Revue passieren lassen. Aus einer Bierlaune heraus entstand ein Verein, der weit über die Grenzen der Stadt Emotionen weckt. Wer das denkwürdige Spiel zwischen Hertha und Union im Januar 1990 erlebt hat, wird es nicht vergessen. Es zeigte die Begeisterung einer ganzen Region.

Dieses Spiel zweier Zweitligisten vor 50.000 Zuschauern hat die Bedeutung von Hertha für die Fans aus Ost und West deutlich gemacht. Gleichzeitig hat dieses Spiel mit seiner Atmosphäre gezeigt, wie sehr auch der Fußball in Berlin, allen voran Hertha BSC, unter der Teilung der Stadt gelitten hat.

Ohne Mauer und Stacheldraht hätte es den in Europa einzigartigen Zustand nie geben können, dass eine Mannschaft aus der Hauptstadt in der Zweiten Liga spielt.

In Berlin ist manches anders. Und so wie die Stadt sich immer an die legendäre Mannschaft um Hanne Sobek und Willi Kirsei erinnern wird, so hat sie Hertha auch in schweren Zeiten die Treue gehalten, als die Mannschaft in der Oberliga spielte.

Aus dem alten Dampfer ist längst ein Flaggschiff der Stadt geworden. Wenn ich noch kurz im Bilde bleiben darf, dann war dieser Weg zum stolzen Schiff nicht vorgezeichnet. Immer wieder kam es vom Kurs ab, wurde von den Wogen geschüttelt, war vom rettenden Hafen weit entfernt.

Wir sind besonders froh, dass der oft so gebeutelte Verein heute ein solides, gesundes und seriöses Unternehmen geworden ist. Das war beileibe nicht immer so: Mehr als einmal hat der Verein sich auch durch eigene Fehler in Schwierigkeiten gebracht.

Seit einigen Jahren sorgt die neue Hertha für positive Schlagzeilen. Bernd Schiphorst hat Hertha BSC charakterisiert als einen Verein auf dem Weg in die europäische Spitzenklasse. Und wer die Begeisterung bei den Champions League-Spielen gegen Chelsea, Mailand und Barcelona erlebt hat, dem wurde bewusst, wie lange die Stadt auf den Durchbruch gewartet hat und wie sehr sie sich im Übrigen – das sei nur am Rande bemerkt – nach mehr als siebzig Jahren wieder über einen deutschen Meistertitel freuen würde.

Franz Beckenbauer hat Hertha einmal mit einem schlafenden Riesen verglichen und der kürzlich verstorbene Robert Schwan sagte vor vier Jahren: ,Die Leute müssen merken, dass Hertha keine alte Dame ist, die ein bisserl vor sich hinsummt.’ Wir denken in diesen Tagen natürlich besonders an Robert Schwan, einen der Architekten des Erfolgs, und wir danken ihm.

Es ist an dieser Stelle vielen Menschen zu danken, die diesen wundersamen Wiederaufstieg ermöglicht haben. Ich möchte allen voran Dieter Hoeneß ein großes Dankeschön sagen, der zusammen mit Jürgen Röber die Grundlagen dieses Wunders mit geschaffen hat. Als der Manager im Herbst 1996 die Geschäftsstelle (damals noch in der Heerstraße) betrat, traute er seinen Augen nicht. Und ich weiß nicht, ob er sich in seinen kühnsten Visionen hätte vorstellen können, wie weit man nur wenige Jahre später kommen würde.

Der Erfolg hat viele Väter: Ich möchte stellvertretend für alle Dieter Hoeneß den großen Dank der Stadt aussprechen für das Erreichte und das Geleistete.

Heute beginnt mit dem Spiel gegen Bayern München im Ligacup die neue Saison für Hertha. Wir alle hoffen, dass sie mit dem neuen Trainer, Huub Stevens, ebenso gut beginnt, wie die letzte Saison unter Falko Götz endete.

Die Mannschaft hat das Potential, sich unter den ersten Fünf der Bundesliga zu behaupten, das haben die letzten Jahre bewiesen. Sie hat sich hochgearbeitet und ist mit ein wenig Glück sogar in der Lage, die ,großen Drei’ anzugreifen.

Vielleicht sind am heutigen Tag auch Träume erlaubt. Das Olympiastadion wird schon in zwei Jahren eine der schönsten und modernsten Stadien Europas sein. Eine Arena, einer Spitzenmannschaft würdig. Ein Stadion für unvergesslich spannende Spiele. Ein Stadion, wie gemacht für eine Meisterschale.

Wir alle drücken die Daumen. Ich wünsche Hertha auf dem weiteren Weg allen Erfolg.”
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