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PISA-ERGEBNISSE FÜR BERLIN WERDEN SPÄTER VORLIEGEN

Pressemitteilung vom 11.04.2002

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Professor Jürgen Baumert, Direktor am Max-Planck-Institut und Leiter des PISA-Konsortiums, kündigte der Berliner Senator für Bildung, Jugend und Sport, Klaus Böger, an , dass die PISA-Ergebnisse für Berlin später als in den anderen Bundesländern vorliegen werden. Die in Berlin erhobenen Daten zum Leistungsstand von fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler reichen nicht aus, um wissenschaftlich valide Aussagen zu gewährleisten.

Klaus Böger:“ Ich bedauere sehr, dass wir Ende Juni noch keine Daten darüber haben werden, wie Berlin im Bundesvergleich dasteht. Ich erhoffe mir gerade von der Länderanalyse wichtige Hinweise darauf, wie man die begonnenen Reformbemühungen zielgerichtet fortsetzt.

Ich habe deshalb sofort eine Nachuntersuchung veranlasst. Sie wird zeitlich so durchgeführt werden, dass die Berliner Daten im Herbst 2002 gemeinsam mit den schulformbezogenen Detailergebnissen der anderen Bundesländer vorgestellt werden können.“

Dies sei, so Klaus Böger, zwar bedauerlich, aber „kein Beinbruch – eher eine Verzerrung“. Berlin sei damit nicht aus der PISA-Untersuchung ausgestiegen.

Im März wurde Klaus Böger durch den Vorsitzenden des PISA-Beirats der Kultusministerkonferenz, Herrn Lange, Staatsrat a.D., davon informiert, dass der für eine aussagekräftige Auswertung der Daten notwendige 80prozentige Rücklauf der Testbögen in zwei Schulformen – der Haupt- und der Gesamtschule – in Berlin unterschritten wurde. Damit sei keine unverzerrte Analyse der Gesamtergebnisse möglich .

Berlin war am Pre-Test 1999 mit neun Schulen beteiligt. Im Jahre 2000 wurde dann der erste PISA-Zyklus unter Beteiligung von 101 Schulen durchgeführt, davon je 25 Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien sowie einer Sonderschule für Lernbehinderte. Neun dieser Schulen (zwei Gesamt-, eine Haupt-, zwei Realschulen, drei Gymnasien und die Sonderschule) nahmen auch an der internationalen Stichprobe teil. Die Schulen waren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden. Insgesamt betrug die Zahl der ausgewählten Schülerinnen und Schüler 4000. Sie waren entweder 15 Jahre alt oder besuchten die 9. Jahrgangsstufe. Zum zentralen Schülertest wurden nur solche Schülerinnen und Schüler zugelassen, die eine Einverständniserklärung ihrer Eltern vorlegten. Nachmeldungen waren nicht möglich.

Die Nachuntersuchungen werden unter denselben Bedingungen durchgeführt. Die Testfragen werden aber andere sein. Die Schülerinnen und Schüler haben damit nicht die Möglichkeit, sich auf die Aufgaben vorzubereiten.
Der Bildungssenator betonte, er strebe in Berlin eine „Testkultur“ an, „die den Umgang mit Vergleichstests zu einem selbstverständlichen Bestandteil schulischer Arbeit“ mache.

Klaus Böger: „Nur wenn man die Augen nicht vor der Realität verschließt, kann man sie auch verändern. Testdaten müssen produktiv genutzt werden. Sie geben wichtige Hinweise auf Schwächen und Stärken unseres Schulsystems. Die Definition von Leistungsstandards und damit einhergehende Qualitätskontrollen sind unabdingbar für Reformen in der Schule.

Berlin wird daher bei allen weiteren Pisa-Untersuchungen mit dabei sein.“

Rückfragen:
Rita.Hermanns
Telefon: 9026 5843
E-Mail: Rita.Hermanns@senbjs.verwalt-berlin.de